Die sieben Hochschulen in Brandenburg haben ihre Professorenkollegien in den vergangenen Jahren auf 1109 Stellen aufgestockt, wie Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) auf eine parlamentarische Anfrage antwortete. Frauen bleiben aber eine Minderheit. "In dem Moment, wo man Kinder hat, bringt man es nicht mehr zu vielen Publikationen", berichtete die stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Uni Potsdam, Franka Bierwagen. An den Veröffentlichungen würden Wissenschaftler aber gemessen, wenn eine Professorenstelle zu vergeben sei. Forschungsarbeit nehme vielfach Freizeit in Anspruch, die sei bei Forscherinnen mit Kindern aber für den Nachwuchs reserviert. An der Uni in der Landeshauptstadt forschen und lehren 46 Professorinnen - ihnen stehen 177 männliche Kollegen gegenüber.
Sind unter den Studenten die jungen Frauen in den meisten Uni-Hörsälen mittlerweile in der Überzahl, überlassen viele Frauen schon bei der Promotion - der Eintrittskarte für die wissenschaftliche Laufbahn - ihren männlichen Kommilitonen das Feld, wie eine Erhebung des Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung an der Uni Bonn ergab. Allein die Frankfurter Viadrina mit ihren vielen Kultur- und Sprachwissenschaftlerinnen steht mit 61 Prozent weiblichen Doktoranden auch bundesweit gut da. Geht es um die Habilitation, über die häufig der Weg auf einen Lehrstuhl führt, schmilzt nach der Bonner Untersuchung der Frauenanteil auch an den Hochschulen zwischen Havel und Oder weiter dahin.
Gerade an den Fachhochschulen und in technischen Studiengängen sind Frauen auf Lehrstühlen noch schwach vertreten. "Ein reiner Männerverein waren wir aber nie", betonte die Sprecherin der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus, Friederike Rohland. Jedoch sind auch dort nur zwölf von 100 Professorenstellen weiblich besetzt. (dpa/ta)

Zum Thema Kita an der Uni
 Die Frankfurter "Viadrina" verweist stolz darauf, dass sowohl im Präsidenten- wie auch im Stellvertreterbüro Frauen sitzen; doch auch an der Europa-Uni sind nur neun von 62 Professoren weiblich. Viele Hochschulen wollen diesen Anteil erhöhen, etwa die Fachhochschule Lausitz, wo die Frauen 14 von 106 Professoren stellen. Erst kürzlich habe dort eine Frau eine Informatik-Professur übernommen. Frauenquoten gibt es zwar nicht, doch durch eine eigene Kita will etwa die Uni Potsdam von Oktober an Frauen das Forschen ermöglichen, während die Kleinen spielen.