Offensichtlich nach einem ausgiebigen Zechgelage war eine45-jährige Frau erschlagen und ein ein Jahr älterer Mann schwerverletzt worden. Die Kripo geht nach Aussagen von Nachbarn davonaus, dass sich zur Tatzeit mehrere Personen in der Wohnungaufgehalten hatten. Von ihnen fehlt bisher jede Spur. Derverletzte Zeuge, der zu einer Nachbarin geflüchtet war und einenRettungswagen gerufen hatte, konnte bisher noch nicht vernommenwerden. Er erlitt bei der Schlägerei einen Rippenbruch, wobei dieLunge verletzt wurde, schwere Prellungen am Körper und im Gesichtsowie eine Platzwunde. Nach ersten Obduktionsergebnissen starbdie Frau an einem mehrfachen Schädelbasisbruch, verursacht durchFußtritte oder Schläge mit einem Gegenstand.
Das Hochhaus in der Leipziger Straße gehörte einst zu denbevorzugten Cottbuser Wohnadressen. Heute herrscht dortTristesse. Kaum noch 30 Leute wohnen in dem Betonklotz. Drinnenriecht es unangenehm. Bierdosen und Schnapsflaschen liegen herum.„Es ist nicht normal, was hier seit einigen Jahren los ist“ ,sagt ein Mann. Er hat noch Arbeit und ist damit eher die Ausnahmeunter den Bewohnern. Einige sitzen schon am Vormittag bei Bierund Schnaps. Das wiederum ist eher die Regel. Zum Vorfall willoder kann keiner von ihnen etwas sagen. „Das Hochhaus istschweigsam“ , meint einer.
Ein Mann, der mal der Freund von Patricia K., der Getöteten, war,vermutet, dass Neonazis die Schlägerei inszenierten. Das seischon vorgekommen. Einen Hinweis gibt es für die Tatzeit bishernicht.
Der Mieter der Wohnung, in der sich das Drama ereignete, willgerade seinen Kumpel „Wolle“ , den Verletzten, imCarl-Thiem-Klinikum besuchen. Ihn zu finden, wird schwer, dennden Nachnamen von Wolfgang D. kennt er nicht. Er sei nicht in derWohnung, sondern bei seiner Mutter gewesen, um „Entzug“ zu machenwegen eines Arzttermines. Das schaffe man im Hochhaus nicht, sagter. In dieser Zeit habe Kumpel „Wolle“ aus Hamburg, den er alsObdachlosen auf der Straße kennen gelernt hatte, die Wohnunggehütet. „Wenn du mal \\\\\\'ne Bleibe brauchst, kannst du beimir pennen“ , habe er „Wolle“ angeboten. Genutzt hat der dasillegale Wohnrecht mehrfach wie andere Fremde auch in dem Haus,das einst der Gebäudewirtschaft Cottbus gehörte, Mitte der90er-Jahre an die skandalumwitterte Berliner Aubis-Gruppeverkauft und inzwischen an einen anderen privaten Besitzerveräußert wurde.