So in etwa ist das, wenn nach dem großen Bahnhof in Bad Muskau die Schlusspressekonferenz durch ist, die ersten Karossen schieben sich durch den Kies, die Kaffeekanne rülpst nur noch trocken, die Kulissen werden langsam abgebaut, die Party ist vorbei.

Aber horch, es raschelt noch im Museums-Shop. Iris Gleicke streift als Letzte durch die Auslagen, plaudert mit der Kassenfrau. Eine unbewachte Ost-Beauftragte, so tief im Osten. Sie freut sich über Goethe und Schiller im Regal, wie bei ihr zu Hause im südlichen Thüringen. Sie hat ein Osterei gekauft. Ein rotes. Reserviertechnik. Also hin, Tach sagen, Frage stellen.

Doch was fragt man eine Ost-Beauftragte von der SPD, wenn die Ost-Länderchefs gerade schon alles gesagt haben? Bleibt nur die Frage, ob die nächste Bundesregierung noch einen Ost-Beauftragten braucht, 27 Jahre nach der Einheit. Die anderen Himmelsrichtungen könnten sich zu Recht vernachlässigt fühlen. Frau Gleicke meint, "solange der Osten gemeinsame Anliegen hat, braucht es einen Beauftragten". Gut, aber die Bundeskanzlerin ist doch Ostdeutsche. "Na, jetzt haben wir erstmal Bundestagswahl", sagt Frau Gleicke, "und dann sehen wir weiter." Auch wieder wahr.