Das Nachbarland Frankreich investiert nach Aussage von Dr. Stéphane Roy, Wissenschaftsattaché der französischen Botschaft, in mehrere zukunftsfähige Forschungsbereiche. Die Mikro-Algen gehören dazu.

Um auf diesem Feld die europäischen Kompetenzen zu bündeln, will die renommierte Pariser Wissenschaftsstiftung Fondation Pierre-Gilles des Gennes mit der Hochschule Lausitz kooperieren. Die Privatwirtschaft als Dritter im Bunde vertritt das IGV Institut für Getreideverarbeitung GmbH in Bergholz-Rehbrücke bei Potsdam.

Laut Instituts-Geschäftsführer Dr. Peter Kretschmer müsse in Europa ein stärkeres Gegengewicht zu der in den USA besser finanzierten Forschung bei Mikro-Algen geschaffen werden. IGV habe weltweit bereits mehr als 200 Fotobioreaktoren zwischen 20 und 85 000 Litern Fassungsvermögen verkauft. Jetzt müsse der nächste Schritt in andere Dimensionen folgen.

Ziel sei die Entwicklung eines neuen Gerätesystems für die Produktion großer Mengen von Algen für industrielle Zwecke. Von einem Hektar vertikaler Algenanbaufläche sollen in Zukunft bis zu 240 Tonnen Biomasse im Jahr geerntet werden. Daraus ließen sich Lipide gewinnen, die auf der Basis der genannten Algenmenge je Hektar in bis zu 50 Tonnen Biodiesel beziehungsweise Biokerosin umgewandelt werden.

Die Hochschule Lausitz hat bereits jahrelange Erfahrungen in der Algenforschung gesammelt. Sie arbeitet zukünftig nach den Worten ihres Präsidenten Prof. Dr. Günter H. Schulz mit einem Verbund "exzellenter Pariser Universitäten und Collèges" zusammen.