Wenige Tage vor der französischen Präsidentenwahl haben die Sicherheitsbehörden einen islamistisch motivierten Terroranschlag verhindert. Nach der Festnahme von zwei Verdächtigen im Alter von 23 und 29 Jahren in Marseille seien Schusswaffen, mehr als drei Kilogramm des gefährlichen Sprengstoffs TATP und eine Fahne der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefunden worden. Das berichtete Anti-Terrorstaatsanwalt François Molins am Dienstagabend in Paris.

Es sei bisher nicht deutlich, welches Ziel die Verdächtigen - beide sind Franzosen - im Blick gehabt hätten. Eine "gewalttätige Aktion" habe unmittelbar gedroht, so Molins. Einer der Männer habe versucht, ein Video an den IS zu übermitteln. In dem Video sei unter anderem ein Zeitungstitel mit einem Präsidentschaftskandidaten zu sehen - um welchen Anwärter es sich handelt, sagte Molins nicht.

Der Schlag der Anti-Terrorermittler belastet das ohnehin angespannte Klima in Frankreich. Die Wahlen finden erstmals unter Bedingungen des Ausnahmezustandes statt. Das Land war in den vergangenen Jahren das Ziel mehrerer schwerer Terroranschläge mit 238 Todesopfern. TATP war auch bei den Pariser Anschlägen vom November 2015 von verwendet worden, bei denen 130 Menschen ermordet wurden.

Staatspräsident François Hollande lobte die Ermittler-Arbeit: "Das ist ein bemerkenswerter Fang." Innenminister Matthias Fekl will bei beiden Wahlgängen am Sonntag und am 7. Mai jeweils mehr als 50 000 Polizisten und Soldaten einsetzen, um die Sicherheit von Bürgern und Kandidaten zu gewährleisten. Laut Molins wurde in der Wohnung der Verdächtigen unter anderem eine Maschinenpistole vom Typ Uzi und Material zur Sprengstoffherstellung sichergestellt. Nach beiden Männern sei bereits gefahndet worden.

Die Kandidaten erklärten am Abend übereinstimmend, trotz der Bedrohung den Wahlkampf fortsetzen zu wollen.