Brandenburgs Infrastrukturminister Frank Szymanski (SPD) will Oberbürgermeister in seiner Heimatstadt Cottbus werden. Er könne es schaffen, dass sich die Stadt "selbst versöhnt", sagte der Politiker jetzt nach einer Sitzung der SPD-Landtagsfraktion in Potsdam. Er leide unter dem Streit und dem Stillstand. Die Auseinandersetzungen verhinderten einen Neubeginn für Cottbus. Er wolle die Menschen wieder zusammenführen. Sein Ziel sei es, neuen Schwung in die Stadt zu bringen, den Haushalt zu konsolidieren sowie die Wirtschafts- und Wissenschaftskraft zu stärken

In Potsdam hatte er zuvor seine Bereitschaft zu einer Kandidatur erklärt. SPD-Landeschef und Ministerpräsident Matthias Platzeck habe Szymanskis Entscheidung begrüßt, sagte Generalsekretär Klaus Ness.

Nach Szymanskis Worten hat ihm der politische Streit der vergangenen Tage in Cottbus gezeigt, dass ein Neuanfang so nicht möglich sei.

Das Bündnis zur Abwahl der Cottbuser Oberbürgermeisterin Karin Rätzel (parteilos) sei eine gute Sache gewesen. Es habe aber einen "Knacks" gegeben, als das Bündnis sich nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten für die Neuwahl verständigen konnte. Diese ist für den 22. Oktober geplant.

Ursprünglich sollte die SPD-Landtagsabgeordnete Martina Münch für die Partei zur Neuwahl antreten. Sie begrüßte die Entscheidung Szymanskis ausdrücklich.

Szymanski hatte nach der Abwahl Rätzels Anfang Juli zunächst eine Kandidatur für das Amt der Oberbürgermeisters abgelehnt. Dafür war die Cottbuser SPD-Landtagsabgeordnete Martina Münch in die Bresche gesprungen. Sie betonte: "Ich freue mich außerordentlich über die Kandidatur von Frank Szymanski." Sie habe immer gesagt, dass er der Beste für die Stadt wäre. Sie habe faktisch den Staffelstab für ihn bereit gehalten.

Die Linkspartei.PDS kritisierte den Schritt als Parteitaktik. Die reale Situation der Cottbuser interessiere die Sozialdemokraten eher weniger, sonst hätten sie sich an den Bündnisgesprächen für Cottbus beteiligt.

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Kurzbiografie: Vom Lehrer zum Minister

Frank Szymanski wurde am 1. Mai 1956 in Cottbus geboren. 1974 bis 1978 Studium Diplomlehrer Geschichte/Deutsch an der Pädagogischen Hochschule Potsdam, 1978 bis 1984 Fachlehrer an der Polytechnischen Oberschule Cottbus, 1984 bis 1988 Fachlehrer Abiturstufe (Aufenthalt in Bulgarien), 1989 bis 1991 Direktor der 24. Polytechnischen Oberschule Cottbus, 1991 bis 1998 Schulleiter der 8. Gesamtschule Cottbus, 1991 bis 1994 Erweiterungsstudium Politische Bildung am Pädagogischen Landesinstitut Brandenburg, 1993 bis 1998 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Cottbus, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport, 1994 bis 1998 Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Cottbus, Dezember 1998 Ernennung zum Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Jugend und Sport Brandenburg, seit Januar 1999 Koordinator der Landesregierung bei der Umsetzung des Handlungskonzeptes Tolerantes Brandenburg, 2003 Ernennung zum Minister für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr, nach der Landtagswahl im Oktober 2004 Neuzuschnitte der Ressorts und Umbenennung in "Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung", seitdem: Minister für Infrastruktur und Raumordnung. Frank Szymanski hat zwei Kinder.

Frank Szymanski im Internet!

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