Laut Anfrage hat das Brandenburger Landesverfassungsgericht in einem Urteil von 2011 eine entsprechende Bestimmung der Kommunalverfassung für verfassungswidrig erklärt. Nach Angaben des Innenministeriums ergibt sich aus dem Urteil aber lediglich, dass zwar nicht dem Land, dafür aber den Kommunen das Recht zustehe, die Mindeststärke von Fraktionen zu regeln. Somit stehe es den Landkreisen frei, die gesetzlich vorgegebene Mindestfraktionsstärke von zwei Mitgliedern zu erhöhen.

Vida kritisiert die bestehende Regelung als "Demokratie-Defizit". Fraktionslose könnten in Kreistagen weder Mitglieder in Ausschüssen sein noch eine Kreistagssitzung einberufen oder eine namentliche Abstimmung beantragen. Besonders schmerzlich sei, dass sie kein Antragsrecht hätten und erheblich weniger Redezeit als Mitglieder von Fraktionen.

Vida setzt sich für eine landesgesetzliche Regelung ein, nach der jeder Kreistag den Zusammenschluss von Kreistagsabgeordneten als Fraktion anerkennen muss, wenn diese mindestens fünf Prozent der Abgeordneten ausmachen. Zudem müsste die Mindestfraktionsstärke innerhalb eines Landkreises einheitlich geregelt sein. In drei Kreistagen können zwei Mitglieder eine Fraktion bilden, in den verbleibenden drei sind dafür mindestens drei Abgeordnete er forderlich.