Angesichts von Korruptionsskandalen wie beim Elektrokonzern Siemens mache die Wirtschaft inzwischen mehr, um sich abzusichern. Das Risiko, erwischt zu werden, sei gestiegen. Ausreden wie „Ohne Korruption geht es nicht“ würden nicht mehr tragen, sagte die Chefin der deutschen Transparency-Abteilung, Sylvia Schenk, gestern in Berlin. In der weltweiten Korruptions-Rangliste verbesserte sich Deutschland im Vorjahresvergleich von Platz 16 auf 14, liegt aber weiter nur im westeuropäischen Mittelfeld.

Afrikanische Länder gehören weiterhin zu den korruptesten der Welt. Außer in Botswana, Mauritius und auf den Kapverdischen Inseln sei die Korruption in allen Ländern des Kontinents höher als im weltweiten Durchschnitt, hob Job Ogonda, geschäftsführender Direktor von Transparency International in Kenia, in Nairobi hervor. Bestechlichkeit und Mangel an Transparenz seien ernste Herausforderungen für ganz Afrika, heißt es im Bericht, den Ogonda vorstellte.

An der Spitze der 180 untersuchten Staaten stehen gemeinsam Dänemark, Schweden und Neuseeland mit besonders wenig Korruption. Es folgen Singapur, Finnland und die Schweiz. Dagegen sind Bestechung und Vetternwirtschaft nach Beobachtung von Experten in Afghanistan, Haiti, Irak, Birma und Somalia an der Tagesordnung. Zu den Absteigern in der Rangliste zählen Bulgarien, Großbritannien und Norwegen. Boden gut machten Albanien, Südkorea und die Türkei. Die USA liegen mit Japan auf Rang 18. Italien landete auf Platz 55. Schlechte Noten bekamen die aufstrebenden Wirtschaftsmächte China (72.), Brasilien (80.), Indien (85.) und Russland (147.).

Transparency beruft sich auf Umfragen bei Geschäftsleuten und Experten, die Angaben über die von ihnen wahrgenommene Korruption im öffentlichen Sektor machen. Die Daten von zwölf unabhängigen Institutionen flossen in den Korruptionswahrnehmungsindex 2008 ein.

Für das Abschneiden entscheidend ist eine Skala von null (sehr korrupt) bis zehn (frei von Korruption). Das Länder-Trio an der Spitze kommt auf 9,3 Punkte, Deutschland auf 7,9 Punkte. dpa/ta