Die Recherche und Suche in Archiven sei schwieriger und komplexer als zunächst angenommen.

Ursprünglich sollten die Untersuchungen Ende dieses Jahres abgeschlossen werden. Doch manche Unterlagen seien erst im dritten Anlauf bereitgestellt worden, so der Historiker. Auch Akten aus Ermittlungsverfahren gegen DDR-Grenzsoldaten seien erst "nach Überzeugungsarbeit" zur Verfügung gestellt worden. "Jetzt geht es aber fixer."

Gerechnet werde damit, dass nun bis 2017 ein Totenbuch zusammengestellt werden könne. Bislang wurden laut Staadt mehr als 1000 Verdachtsfälle untersucht. Die Biografien von 261 Opfern des DDR-Grenzregimes konnten rekonstruiert werden. Zu weiteren 172 Todesfällen lägen noch nicht alle Angaben vor. Über fast 200 im Grenzgebiet gefundene unbekannte Tote fehlten noch nähere Angaben. Vor 54 Jahren, am 13. August 1961 begann der Mauerbau, der die Teilung für mehr als 28 Jahre zementierte. Am 9. November 1989 fiel die Mauer. Die Forschungsgruppe suche weiter nach Verwandten, Freunden, Bekannten und Augenzeugen, sagte Staadt.