Die Landtagsfraktionen von Linkspartei.PDS und FDP forderten die Landesregierung auf, Konsequenzen aus den Untersuchungen zu ziehen.
Nach Angaben von Heigl gehen 56 Prozent des Volumens des ESF-Mikrodarlehensfonds von insgesamt 25 Millionen Euro nicht als Kleinkredite an sächsische Unternehmer und Existenzgründer, sondern an die Sächsische Aufbaubank (SAB) als feste Vergütung für die Verwaltung des Fonds. Die Rechnungsprüfer monierten, dass Verwaltungsaufgaben aus dem Staatshaushalt zu finanzieren seien. Die Fondsmittel dürften nur für die Vergabe von Mikrodarlehen genutzt werden. Linkspartei und FDP forderten eine schnelle Überprüfung des Fonds. Die 25 Millionen Euro müssten komplett der sächsischen Wirtschaft zufließen, sagte FDP-Finanzpolitiker Andreas Schmalfuß.
In einem anderen Fall waren nach Angaben von Heigl bei der Neuorganisation der Vermessungsverwaltung von 1997 bis 2005 unnötige Mehrkosten in Höhe von rund 34 Millionen Euro angefallen. Dabei sollten durch Personalabbau und Restrukturierung eigentlich Mittel eingespart werden. Unzureichender Stellenabbau, Fehler in der Stellenbewirtschaftung sowie die Zahlung übertariflicher Vergütungen hätten aber Mehrkosten in Millionenhöhe verursacht, sagte Heigl.
Der Landesrechnungshof kritisierte vor allem eine mangelnde Kontrolle des Freistaates bei der Vergabe von Fördermitteln. So gewährte der Freistaat den Angaben zufolge für das Projekt "Industrieabfall-Koordinierung in Sachsen" von 1995 bis 2005 Zuwendungen von insgesamt 2,3 Millionen Euro als Anschubfinanzierung. Doch weder vereinbarte das Umweltministerium messbare Zielgrößen noch erfolgte eine Erfolgskontrolle. Bei der Überprüfung der verwendeten Mittel verzichtete das Ministerium schließlich auf den Nachweis von Personal- und Gemeinkosten sowie Ausgaben in Höhe von 911 000 Euro.
In einem anderen Fall förderte das Kultusministerium ohne Bedarfsanalyse ein Ausbildungszentrum des Sächsischen Tennis Verbandes in Leipzig mit 1,2 Millionen Euro. Im Zeitraum 2001 bis 2004 war die Halle aber durchschnittlich nur zu rund 40 Prozent und die Außenplätze zu zehn Prozent ausgelastet. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion, André Hahn, forderte, die haushaltsrelevanten Verfehlungen und Kritikpunkte noch in die laufenden Etatdebatte einzubeziehen.