Ein Teil der rund 39 000 in Brandenburgs Stadtumbaustädten leer stehenden Wohnungen wird durch Umwidmung von Fördermitteln aus dem Programm "Stadtumbau Ost" saniert. Unter den 32 Städten, die sich dafür beworben haben, sind auch zwölf Lausitzer Kommunen, zum Beispiel Cottbus, Spremberg, Senftenberg, Schipkau, Forst, Vetschau, Finsterwalde und Doberlug-Kirchhain. Das teilte das Brandenburger Ministerium für Infrastruktur und Bauen mit.

Insgesamt stehen 6,6 Millionen Euro zur Verfügung, die statt in den Abriss in die Sanierung von etwa 1700 Wohnungen zur Unterbringung von Flüchtlingen gesteckt werden können. "Die Unterbringung von Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, ist eine Herausforderung auch im kommenden Jahr", so Bauministerin Kathrin Schneider (SPD). Die Kommunen, die einen Antrag für die Umwidmung der Abrissförderung gestellt haben, trügen dazu bei, diese Menschen angemessen unterzubringen.

Das werde jedoch nur dem Berlin-fernen Raum Entspannung bringen, so Schneider. Im Berliner Umland bleibe preiswerter Wohnraum knapp. Deshalb sei das Programm für den Sozialwohnungsbau von 40 auf 70 Millionen Euro aufgestockt worden. Die Differenz von 30 Millionen Euro zahle der Bund.

Ziel sei es, neben der Instandsetzung und Modernisierung von Mietwohnungen den Bau von 2000 neuen Sozialwohnungen für Familien mit niedrigem Einkommen zu fördern. In den Stadtumbaustädten Brandenburgs waren in den vergangenen drei Jahren rund 6 400 Wohnungen abgerissen worden. Im Berliner Speckgürtel sind dagegen preiswerte Mietwohnungen schon lange knapp. Durch die Wohnungssuche vieler Flüchtlinge, die längerfristig in Brandenburg bleiben, wird mit einer Verschärfung der Situation in dieser Region gerechnet.

Zum Thema:
Die Betreuung junger Flüchtlinge wird ein Schwerpunkt der Jugend- und Familienministerkonferenz 2016 in Dresden. Die Minister treffen sich am 2. und 3. Juni in Dresden, wie das sächsische Sozialministerium mitteilte. Die Umverteilung der gut 64 000 (Stichtag: 14. Dezember) Kinder und Jugendlichen auf die Bundesländer hat bereits begonnen.