Spätestens ab August, wenn sich die Flutkatastrophe jährt, sollen Sammler den Orden mit einer Erlaubnis für zehn Euro kaufen können, sagt Regierungssprecher Christian Striefler.
Der findet die Verhökerung der Orden im Internet zwar bedauerlich, sieht ihren Sinn dadurch jedoch nicht entstellt: "Von nahezu allen Geehrten wurde die Auszeichnung als besondere Würdigung empfunden". Allerdings sei der eigenständige Verkauf per Ordens-Erlass vom 11. Oktober 2002 verboten. "Angesichts der Vielzahl der verliehenen Medaillen gibt es aber keine Möglichkeit, den Handel strafrechtlich zu verfolgen", erklärt er.
Ob es überhaupt Nachfrage für die Auszeichnungen gibt, ist ungewiss. Klaus Jäger vom Bund deutscher Ordenssammler ist skeptisch: "95 Prozent der Sammler interessieren sich für rare historische Stücke." Die Nachfrage für den Flutorden liege bundesweit bei schätzungsweise hundert Stück. Im Auktionshaus eBay wurden zuletzt 13,50 Euro für ein Exemplar geboten.
Derweil geht die Verleihung der Orden weiter. Bereits
100 000 Auszeichnungen mit dazugehörender Urkunde wurden laut Striefler seit November 2002 vergeben. Die Medaillen mit der Aufschrift "Hochwasser 2002 - Sie haben geholfen" gehen aber nicht nur an Helfer aus Sachsen, die Empfänger kommen aus allen Bundesländern. Erst kürzlich hatte Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) bei einem Österreichbesuch ein Ehepaar aus dem Alpenstaat ausgezeichnet.
Um einen Orden zu erhalten, ist eine Anmeldung in der Staatskanzlei Voraussetzung. Dort sind derzeit noch etwa
40 000 Wünsche registriert. Nach Angaben der Behörde werden die restlichen Medaillen derzeit hergestellt. Sie zeigen neben der Inschrift auf der Vorderseite das Wappen des Freistaates und auf der Rückseite den Umriss des Landes mit den vor neun Monaten über die Ufer getretenen Flüssen Gottleuba, Müglitz, Weißeritz, Zschopau, Mulde und Elbe.