Seit wenigen Tagen hat Insolvenzverwalter Udo Feser das Sagen darüber, wie es mit der Flughafen Süd-Brandenburg-Cottbus GmbH weitergeht. Einen Antrag des Eigentümers Flacks Group auf ein Verfahren in Eigenverwaltung hatte das Amtsgericht Cottbus abgewiesen.

Feser war als vorläufiger Sachwalter des Gerichtes eingesetzt worden, nachdem die Flugplatz-Gesellschaft Ende Juli selbst den Insolvenzantrag gestellt hatte. Er hatte auch den Auftrag, die Buchführung der Firma zu kontrollieren. Er bestätigte auf Nachfrage, dass es dabei Unstimmigkeiten gegeben habe, die bisher durch die Flacks Group nicht aufgeklärt wurden.

Feser will in Kürze mit dem Spree-Neiße-Kreis Kontakt aufnehmen, der zusammen mit anderen Kommunen bis vor einem Jahr Eigentümer des Flugplatzes war. "Wir haben natürlich ein Interesse daran, dass der Platz für eine wirtschaftliche Nutzung offen bleibt", sagte Carsten Billing, parteiloser Finanzdezernent des Spree-Neiße-Kreises. Der Kreis wolle aber nicht wieder Eigentümer werden.

Den neun Mitarbeitern der Flugplatzgesellschaft wurde inzwischen gekündigt. Die Nutzungsmöglichkeit des Platzes für Sportmaschinen soll aber aufrechterhalten bleiben, so Insolvenzverwalter Feser.

Rechtsanwalt Christian Köhler-Ma, der die Flacks Group vertritt, warf dem Spree-Neiße-Kreis vor, die Käufer seien über das wirkliche Ausmaß des Sanierungsbedarfs für die Start- und Landebahn getäuscht worden.

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