Dabei sehen beide Initiativen vor, bei der Planung von Flugrouten künftig ein besonderes Gewicht auf den Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm zu legen.

"Ich gehe davon aus, dass die Brandenburger Landesregierung die Initiative aus Rheinland-Pfalz unterstützt", sagte die verkehrspolitische Sprecherin der Brandenburger Linkspartei, Kornelia Wehlan, am Donnerstag in Potsdam. Die Bundesratsinitiative aus Rheinland-Pfalz sei richtungsweisend, weil Gesundheitsschutz und Bürgerrechte dadurch Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen erhielten. "Wir prüfen den Vorschlag aus Rheinland-Pfalz noch", sagte dagegen der Sprecher des Potsdamer Verkehrsministeriums, Lothar Wiegand. Und der Brandenburger SPD war die Initiative nach Angaben von Fraktionssprecher Matthias Beigel noch nicht bekannt. Zwischen SPD und Linkspartei hatte es nach dem erfolgreichen Ausgang des Schönefelder Nachtflug-Volksbegehrens in den vergangenen Wochen verstärkt Differenzen um das Thema Nachtflugverbot gegeben.

Deutlicher wurde die Opposition: So nannte der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Potsdamer Landtag, Axel Vogel, den Antrag aus Rheinland-Pfalz "die untere Schwelle dessen, was man fordern kann". Völlig unabhängig davon hätte Brandenburg auch die Möglichkeit, alleine ein Nachtflugverbot für den BER zu verhängen. Und Brandenburgs CDU-Fraktionsvorsitzender Dieter Dombrowski warf Rot-Rot gar "Rosstäuscherei" vor. "Im Landtag lehnen Linke und SPD Anträge für ein brandenburgisches Nachtflugverbot ab "immer mit dem Verweis, dass sie sich im Bundesrat der Initiative von Rheinland-Pfalz für ein bundesweites Nachtflugverbot anschließen wollen", so Dombrowski. Doch die Bundesratsinitiative von Rheinland-Pfalz sehe überhaupt keine Regelungen für ein ausgeweitetes Nachtflugverbot vor. Stattdessen sollten Einzelmaßnahmen aufgeführt werden, die seit Langem diskutiert werden.