Die Anwälte der 4000 Kläger wollen heute informieren, wie sie nach dem Urteil für den Bau des Milliardenprojekts vorgehen wollen. Kläger-Anwalt Christian Schöning hatte bereits angekündigt: "Wir werden sorgfältig prüfen, ob die Auflagen vor der Verfassung Bestand haben". Auch der ausbaukritische Bürgerverein Brandenburg-Berlin schloss eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht nicht aus.Die Leipziger Richter hatten gestern den Weg für den BBI freigemacht. Nach mehr als einem Jahrzehnt der Planungen und Proteste wiesen sie die Anwohnerklagen in letzter Instanz ab, verhängten aber ein weitgehendes Nachtflugverbot zum Schutz vor Lärm. Der Flughafen Schönefeld kann nun bis 2011 für mehr als zwei Milliarden Euro zum drittgrößten deutschen Flughafen hinter Frankfurt/Main und München ausgebaut werden. Politik und Wirtschaft begrüßten das Urteil und sprachen von einem Durchbruch für die Entwicklung der Region.

Der Vorsitzende des Bürgervereins Brandenburg-Berlin, Ferdi Breidbach, sagte dagegen im RBB-Inforadio, nach dem Leipziger Urteil stünden wirtschaftliche Interessen gegen Schutzrechte nach dem Grundgesetz. "Und wenn wir der Auffassung sind, dass das Gericht die grundgesetzrechtlichen Maximen - nämlich Schutz der Bevölkerung - nicht ausreichend berücksichtigt hat, dann steht hier die Frage einer Klage beim Verfassungsgericht an."