Konkret bringt sich Leipzig/Halle als Ausweich-Airport für Berlin-Tegel ins Spiel.

Berlin-Tegel sei derzeit schon überlastet, müsse wegen der verschobenen Eröffnung des neuen Flughafens aber zusätzliche Flüge aufnehmen. Allein Air Berlin und Lufthansa wollten von Juni an pro Woche rund 200 zusätzliche Flüge in Berlin landen und starten lassen, berichtet die "Wirtschaftswoche". Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn habe bereits erklärt, in Tegel sei das geplante Flugprogramm mit Langstreckenzielen, die auch über den Winter angesteuert werden sollen, kaum zu realisieren.

Nur bei Nutzung "aller irgendmöglichen Restkapazitäten" an den Berliner Airports Tegel und Schönefeld werden Lufthansa und Air Berlin ihre Expansionspläne ab 3. Juni auch ohne den neuen Hauptstadtflughafen umsetzen können. Das erklärte die Flughafenkoordination der Bundesrepublik in Frankfurt am Main.

"Derzeit gibt es keine Erkenntnisse, dass der für BER geplante Flugplan von den 'alten' Flughäfen unter Nutzung aller irgendmöglichen Restkapazitäten nicht abgewickelt werden kann", hieß es wörtlich. Die beiden Fluggesellschaften sind nach eigenen Aussagen entschlossen, ihre deutlich erweiterten Flugpläne ungeachtet der verschobenen Eröffnung des Hauptstadtflughafens "Willy Brandt" (BER) von Tegel aus umzusetzen. Dieser Airport gilt jetzt bereits als überlastet, hauptsächlich jedoch wegen der eingeschränkten Kapazität am Boden. Das Terminal ist klein, und es gibt zu wenige Abstellmöglichkeiten für Flugzeuge, die in Berlin bleiben sollen.

In der Luft ist die Kapazität der beiden "alten" Flughäfen zusammengenommen nur unwesentlich geringer als die des neuen. Die Tabelle der Frankfurter Behörde nennt als Eckdaten für 60 Minuten gemischten (also An- und Abflug-) Betrieb für BER 73 bis 80 Flüge, für Schönefeld 26 und für Tegel 52, zusammen also 78.