Die Eröffnung des neuen Berliner Flughafens in Schönefeld muss nach Medienberichten wieder einmal verschoben werden: Die für Oktober geplante Inbetriebnahme sei abgesagt - und frühestens 2014 möglich. Es wäre die vierte Verschiebung. Ein Sprecher der Flughafengesellschaft wollte keine Stellung nehmen.

Laut einem Vermerk einer beteiligten Baufirma habe die Flughafengesellschaft am 18. Dezember 2012 "die Gesellschafter und die anwesenden Firmenvertreter (...) über die Terminabsage" informiert. Hauptproblem sei, dass beim Brandschutz abweichend von der Baugenehmigung gebaut worden sei und er bis heute nicht funktioniert.

"Wenn sich die Berichte bewahrheiten, muss Matthias Platzeck den Offenbarungseid leisten", sagte der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Axel Vogel, gegenüber der RUNDSCHAU. Platzeck müsse dann vom Aufsichtsratsvorsitz zurücktreten.

Der FDP-Landesvorsitzende Gregor Beyer bestätigte der RUNDSCHAU, am Sonntag entsprechende Informationen aus Regierungskreisen erhalten zu haben. "Es zeichnet sich das absolute Chaos ab", so Beyer. Die Flughafengesellschaft sei aufgrund der Verträge mit den Gewerbetreibenden nun voll in der Haftpflicht. Die Kosten liefen aus dem Ruder. "Noch 2013 muss es wohl einen Nachtragshaushalt geben." Der CDU-Fraktionsvorsitzende Dieter Dombrowski sprach von einem "letzten Beweis von Imkompetenz von Geschäftsführung und Aufsichtsrat". Er werde den Bundesverkehrsminister bitten, nun auch formell die Abberufung von Flughafengeschäftsführer Rainer Schwarz im Aufsichtsrat zu beantragen.