Die Befürchtungen könne er verstehen, sagt Eberhard Becker vom Landesumweltamt in Cottbus. Im Moment sei die Lage allerdings nicht beunruhigend, auch wenn an den brandenburgischen Abschnitten der Spree und der Schwarzen Elster in Spremberg und Herzberg die Alarmstufe 1 ausgerufen wurde. Überall in der Region würden die Pegel der Flüsse beobachtet, so Becker. An den Messstellen der Schwarzen Elster setzt sich die Tendenz steigender Wasserstände fort. Am Pegel in Herzberg wird der Richtwert der Alarmstufe 2 allerdings nach Einschätzung der Experten voraussichtlich nicht überschritten.
Örtlich gab es kleinere Überschwemmungen. Im Raum Rietschen überflutete der Weiße Schöps ufernahe Regionen. Deutlich mehr Wasser als gewöhnlich führt die Schwarze Elster in Kamenz und Hoyerswerda. In Höhe Neuwiese bei Hoyerswerda wurde in diesem Bereich die Warnstufe 2 ausgerufen. Die Berufsfeuerwehr Hoyerswerda fährt regelmäßig Streife, kontrolliert Wehre und Brücken.
Um den Speicherraum der Talsperre Spremberg freizuhalten, wurde die Abflussmenge schrittweise von zehn auf 30 Kubikmeter Wasser je Sekunde erhöht, erklärt Eckard Schäfer vom Landesumweltamt in Cottbus. Für den Wasserstand der Spree habe das allerdings keine gravierenden Auswirkungen. Nur ergiebiger Regen, der bei dem noch immer gefrorenen Boden schnell in die Gewässer abfließen würde, könnte Probleme bringen. Allerdings ist das Hochwasser-Reservoir von 20 Millionen Kubikmetern in der Talsperre Spremberg erst zu einem Viertel ausgeschöpft.
In Sachsen hat sich die Lage nach Angaben der Sprecherin des Landeshochwasserzentrums, Karin Bernhardt, leicht entspannt. „Ein Wiederanstieg ist aber zu erwarten“ , blickt sie aufgrund von Schneemassen im Riesen- und Isergebirge voraus. Die Situation sei vergleichbar mit der im Vorjahr.
Aus der Talsperre Bautzen soll der Wasserabfluss nach Auskunft von Betriebsteilleiter Florian Gutsche nach Möglichkeit reduziert werden. „Wir müssen die Speicher wieder voll bekommen, um für den Sommer gerüstet zu sein.“ Die Hochwasserreserve von zehn Millionen Kubikmeter ist in Bautzen nur zu knapp einem Achtel ausgeschöpft.