Früher als bisher bekannt, werden die ersten Flüchtlinge auf dem Gelände der 2007 freigezogenen Bundeswehrkaserne in Doberlug-Kirchhain untergebracht. Da die Außenstelle für die Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt noch baulich hergerichtet wird und frühestens Ende des Jahres in Teilen bezugsfertig ist, errichtet die Bundeswehr jetzt eine Zeltstadt. 63 Zelte und 500 Klappliegen sollen dem Land Brandenburg bei der Bewältigung anhaltender Flüchtlingsströme helfen. Grundlage ist ein Amtshilfeersuchen der Landesregierung, wie das Landeskommando Brandenburg mitteilt.

Das im brandenburgischen Beelitz beheimatete Logistikbataillon 172 bringt am Donnerstag mit 21 Lkw erste Zelte nach Doberlug-Kirchhain. 30 Soldaten des Spezialpionierbataillons 164 aus Husum bauen sie bis Dienstag auf. Dann wird die Zeltstadt an die Landesregierung übergeben. Ein Expertengremium arbeitet noch an der Lösung technischer Fragen. Erste Asylbewerber werden entsprechend dem Bedarf einziehen, heißt es beim Innenministerium. Die soziale Betreuung und Verpflegung übernimmt das Deutsche Rote Kreuz.

Der Bürgermeister von Doberlug-Kirchhain, Bodo Broszinski (FDP), sowie der Landkreis Elbe-Elster sind nicht in den Prozess eingebunden gewesen. Anwohner werden jetzt schriftlich informiert. "Enge Zeitabläufe" nennt das Innenministerium als Grund. Das Hilfsangebot der Bundeswehr sei am Montag eingegangen. Entschieden wurde am Dienstag, nachdem ein Erkundungsteam vor Ort war.