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Flüchtiger Mörder tötet Polizisten

Der mutmaßliche Mörder hatte auf der Flucht direkt auf die Polizisten zugehalten.
Der mutmaßliche Mörder hatte auf der Flucht direkt auf die Polizisten zugehalten. FOTO: dpa
Cottbus. Zwei Brandenburger Polizisten sind am Dienstag von einem flüchtigen Mordverdächtigen an einer Straßensperre bei Müllrose (Oder-Spree) überfahren und getötet worden. Der 24-jährige Mann, als Drogenkonsument und Straftäter bekannt, war im Auto seiner Großmutter unterwegs. Benjamin Lassiwe / iwe1

Er steht unter dringendem Verdacht, die 79-Jährige zuvor getötet zu haben. Wie Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke vor Journalisten berichtet, sei die Polizei am Mittag darüber informiert worden, dass jemand, der vermutlich keine Fahrerlaubnis besitze und unter Drogeneinfluss stehe, im Auto der alten Dame unterwegs sei. Polizisten hätten daraufhin die Leiche der Frau in ihrem Badezimmer entdeckt.

Bei der sofort eingeleiteten Fahndung habe ein Polizeihubschrauber den Flüchtigen in Oegeln bei Beeskow entdeckt. "Die Beamten haben auf der Straße Reifentöter ausgelegt und sind zur Seite gegangen", sagt Mörke - auf einen 2,50 Meter von der Fahrbahn entfernten Radweg. Der Täter sei jedoch von der Fahrbahn auf den Radweg ausgewichen, "und hat mit hoher Geschwindigkeit draufgehalten". Der 24-Jährige überfährt die beiden Beamten - und tötet sie. Anschließend sei er zu Fuß geflüchtet, habe ein weiteres Auto gestohlen und damit einen Unfall gebaut. Schließlich sei er in einem Schilfgürtel verletzt festgenommen worden.

Derzeit ist der Täter, der nach Angaben von Oberstaatsanwalt Helmut Lange bereits wegen Raubes, Drogenbesitzes, Körperverletzung, Diebstählen und Fahren ohne Fahrerlaubnis verurteilt worden war, noch nicht vernehmungsfähig.

Nach Angaben von Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) handelt es sich bei den Toten um einen 49-jährigen und einen 52-jährigen Beamten. Beide Polizisten hinterlassen eine Ehefrau und jeweils drei Kinder, sie waren seit 1991 und 1995 im Dienst. Sie sind die zweiten und dritten Beamten, die in Brandenburg während ihres Dienstes ermordet wurden. "Für die Brandenburger Polizei ist das der bislang schwerste Vorfall dieser Art", sagt Schröter. Die Landesregierung werde alles unternehmen, um die Hinterbliebenen schnell und unbürokratisch zu unterstützen. Für heute hat Schröter eine Trauerbeflaggung an allen öffentlichen Gebäuden des Landes Brandenburg angeordnet.

Geschockt zeigt sich auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). "Es gibt keine Momente, die schwerer sind als diese", sagt Woidke mit gebrochener Stimme am Abend. "Wir sind in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen. Wir beten heute, dass sie das tragische Erlebte gut überstehen." Woidke hatte am Nachmittag in Fürstenwalde die Kollegen der getöteten Polizisten besucht.

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