Es stehe "auf Messers Schneide", sagt der Bürgermeister der Region, Christos Goudenoudis.

Regierungschef Alexis Tsipras charakterisierte den Einsatz von Gummigeschossen seitens der mazedonischen Polizei am Montag als eine "Schande für die europäische Kultur".

Der Minister für Bürgerschutz, Nikos Toskas, warnt vor einer Radikalisierung wütender Migranten. Leute, die man heute schlage, "könnten die Dschihadisten von morgen" sein, sagte er im Nachrichtensender Skai. Der Umgang mit den Protestierenden müsse gut überlegt sein. Islamische Ex tremisten könnten unter den verzweifelten Menschen Mitkämpfer rekrutieren.

Am Sonntag hatten Migranten versucht, gewaltsam den mazedonischen Grenzzaun zu überwinden, um sich den Weg nach Mitteleuropa freizukämpfen. Sie zerstörten einen Teil des Zauns und schleuderten Steine auf die mazedonischen Sicherheitskräfte. Die mazedonische Polizei setzte Tränengas, Blendgranaten und Gummigeschosse ein.

Hinter diesen Aktionen sehen die griechischen Behörden Aktivisten, die die Migranten immer wieder anstacheln, Gewalt anzuwenden und Ausschreitungen zu provozieren, damit die Welt auf ihr Elend aufmerksam wird. Bei den Auseinandersetzungen seien mindestens 300 Migranten und 23 mazedonische Polizisten verletzt worden, teilten Behörden und humanitäre Organisationen mit.

Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte in Brüssel, die Migranten sollten aus Idomeni in andere Lager umgesiedelt werden und über die Gefahren einer illegalen Weiterreise informiert werden. Die Betroffenen weigerten sich aber auch am Montag, in die offiziellen Aufnahmelager zu gehen. Sie wollen ihre Weiterreise nach Mitteleuropa erzwingen. Rund 200 von ihnen gingen erneut zum Zaun. Sie trugen eine deutsche und eine griechische Fahne und bedankten sich ironisch bei den mazedonischen Polizisten für die Tränengasgranaten und die Gummigeschosse, die diese am Vortag gegen Migranten eingesetzt hatten.

In Piräus versuchten Vertreter der Regierung und Beamte der Küstenwache, die Lage in dem dortigen wilden Lager mit 4500 Migranten am Montag zu entspannen. Sie hofften, 800 Menschen in ein organisiertes Lager zu bringen, berichteten Reporter vor Ort.