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Flu(ch)hafen Drewitz: Das Hoffen geht weiter

Findet sich ein neuer Eigentümer für den Flugplatz Drewitz, oder bekommt Flacks hier wieder das Sagen?
Findet sich ein neuer Eigentümer für den Flugplatz Drewitz, oder bekommt Flacks hier wieder das Sagen? FOTO: Frank Hilbert
Drewitz. Die eigentlich Ende Juni auslaufende Flugbetriebsgenehmigung für den insolventen Flugplatz Cottbus-Drewitz ist verlängert worden. moe/sha/sim

Die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg stimmte einem Antrag der Flughafen Süd-Brandenburg-Cottbus GmbH auf temporäre Befreiung von der Betriebspflicht und Fortführung eines eingeschränkten Flugbetriebs zu, wie das Infrastrukturministerium am Dienstag auf Anfrage in Potsdam mitteilte. Der Verlängerungszeitraum gelte vom 1. Juli bis 30. September 2017.

Der Flugbetrieb ist auf dem Flugplatz nördlich von Cottbus nur eingeschränkt möglich, weil der Belag auf der Start- und Landebahn aufgerissen ist. Daher ist nur eine Graspiste nutzbar. Die Verlängerung betrifft auch die temporäre Befreiung von der Betriebspflicht. Das heißt, auf Anfrage können Privat- und Geschäftsflugzeuge bis zu einem Gewicht von 5,7 Tonnen weiterhin in Drewitz starten und landen, auf der Graspiste, sagt Frank Steckling, Betriebsleiter Flugplatz Drewitz auf Nachfrage. Die Flüge müssen vorher angemeldet werden. "Ein Anruf auf der Flugleitung genügt. Wir versuchen alles möglich zu machen", so Steckling, der gemeinsam mit Martin Herfurt den Bedarfsflugverkehr am Flugplatz absichert.

Ob das schon ein eindeutiges Signal ist, dass sich die im Frühjahr geäußerten Hoffnungen auf einen neuen Käufer erfüllen, das kann und möchte keine der beteiligten Seiten bestätigen. Eindeutig gewertet werden kann die Verlängerung der Fluggenehmigung jedoch als Rückenwind für Insolvenzverwalter Udo Feser, der sich gemeinsam mit dem zuständigen Landkreis intensiv um die Zukunft des Flugplatzes bemüht. "Ich bin guter Dinge", sagt Feser auf Nachfrage. Die beantragte Verlängerung sei genehmigt, sodass er nun die Verträge vorbereiten könne, das Konzept steht bereits. Details nannte Feser nicht.

Die Weiterführung des eingeschränkten Flugbetriebes in Drewitz ist eine wichtige Voraussetzung, den Flugplatz weiter zu betreiben und in den Verhandlungen mit einem potenziellen neuen Betreiber-Konsortium auf die Ziellinie zu kommen. Weitere Voraussetzung ist eine Einigung mit dem Landkreis Spree-Neiße. Ende April hatte sich der Kreistag Spree-Neiße in nicht öffentlicher Sitzung zu einer Vergleichsvereinbarung mit dem Insolvenzverwalter positioniert. Über das Ergebnis herrscht Stillschweigen. Der Landkreis hatte sich eine Rückkaufoption gesichert im Zuge der Veräußerung des Flugplatzes an die Investorengruppe Flacks. Im Jahr 2014 hatte die international agierende Investorengruppe Flacks Group das Flugplatzgelände, das auf Hobby- und Geschäftsflüge ausgerichtet ist, erworben. Hauptanteilseigner war davor der Landkreis Spree-Neiße. Die Investorengruppe Flacks hatte im Juli 2015 für den Flugplatz Drewitz Insolvenz angemeldet. Das Plan, auf dem einstigen Militärflughafen ein Wartungscenter für Passagier- und Cargomaschinen zu bauen, war gescheitert.