Hat er es dort doch seit Jahren mit skrupellosen Tierquälern zu tun.
Und die gehen unerlaubter Weise mit einer Art Grubber auf Fischjagd. Was im herkömmlichen Sinne vor allem Kleingärtnern ein Begriff ist, dient hier zum Fang der Schuppentiere. Der Grubber Marke Eigenbau besteht laut Engel aus einem Stück Baustahl oder Flacheisen, das anstelle eines Blinkers an die Angel gehangen wird. Derart beschwert, sinkt die Konstruktion, bestückt mit mehreren Drillingshaken, sofort auf den Boden des Gewässers. „Der Angler zieht den Grubber im Flussbett entlang. Fische, die dort in ihrer Winterruhe schlummern, haben keine Chance, werden gnadenlos aufgespießt“ , erläutert der Fischereiaufseher des Altkreises Seelow.

Fischreißer organisiert
In der Regel ist den Fischreißern nur schwer beizukommen. Treten die doch meist in Gruppen und damit arbeitsteilig auf. Einige von ihnen postieren sich als Späher am Ufer oder auf Zufahrtswegen zur Oder um zu warnen, falls sich der Fischereiaufseher nähert. „Dazu werden oft die Kinder missbraucht“ , hat der 52-Jährige beobachtet. Und die, so seine Erfahrung, treten später in die Fußstapfen des Vaters. „Die schießen quasi aus allen Rohren. Mir wurde selbst mehrfach Prügel angedroht. Da muss man hart im Nehmen und vor allem Idealist sein.“ Zum eigenen Schutz hat Engel stets seinen Rottweiler dabei. Inzwischen wurde die Fischereiaufsicht seinen Angaben nach neu formiert, um wirksamere Kontrollen durchführen zu können - insgesamt acht ehrenamtliche Fischereiaufseher haben den etwa 53 Wasserkilometer langen Oderabschnitt zwischen Lebus und Ortwig im Auge. Engel arbeitet auch mit dem Bundesgrenzschutz zusammen.

Gesetzeslage verbessert
Und auch die Gesetzeslage hat sich endlich zu ihren Gunsten geändert. In der Brandenburger Fischereiordnung findet sich nun ein Paragraph, der dieser Form der Tierquälerei einen Riegel vorschiebt. Verboten sind demnach „Fangmethoden und Geräte zum Reißen der Fische, Fallen mit Schlagfedern, Gabeln, Aalharken, Stecheisen, Harpunen und Schlingen“ . Diese Neuregelung, ist der Manschnower überzeugt, geht maßgeblich auf den jahrelangen Protest aus dem Oderland zurück. Über das Seelower Landratsamt hat Engel im Brandenburger Landwirtschaftsministerium unermüdlich diese Gesetzes-Änderung angeregt. „Bisher konnte ich ertappte Fischräuber nur verwarnen, jetzt drohen saftige Ordnungsstrafen.“
Das Angeln quasi im Vorbeigehen funktioniert hauptsächlich in der kalten Jahreszeit. Sobald die Wassertemperatur auf fünf Grad Celsius oder weniger sinkt, fallen Fische als Kaltblüter in eine Art Winterstarre. Karpfen, Wels, Zander, Brasse oder Hecht sind so leichte Beute. Die Oder ist laut Engel Hauptaktionsgebiet der Fischwilderer aus ganz Deutschland.