Angesichts der Schließung der beiden Werke des US-Konzerns First Solar gerät Frankfurt (Oder) in einen finanziellen Engpass. Der Stadt brechen Einnahmen von mehr als 28 Millionen Euro weg, erklärte Stadtsprecher Christian Hirsch am gestrigen Dienstag. Stadtkämmerin Claudia Possardt habe deshalb mit sofortiger Wirkung eine Haushaltssperre verhängt. In den kommenden beiden Wochen würden alle Ausgaben auf den Prüfstand gestellt, sagte Hirsch. Das betreffe sowohl freiwillige als auch Pflichtaufgaben. Es sei eine sehr rigide Haushaltsführung nötig. Der Etat der Stadt umfasste bislang 220 Millionen Euro. Oberbürgermeister Martin Wilke (parteilos) führt bereits Gespräche mit dem Land über mögliche Hilfen.

Bei seinem Rückzug aus Frankfurt muss der Konzern möglicherweise Fördermittel von knapp 27 Millionen Euro an das Land Brandenburg zurückzahlen. Auf jeden Fall werde First Solar die sechs Millionen Euro Förderung für das im Herbst 2011 eröffnete zweite Werk zurückzahlen müssen, sagte Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) in Potsdam.

Der US-Konzern First Solar hatte vor einer Woche die Schließung der beiden Frankfurter Werke zum Herbst angekündigt. Neben dem Wegfall der 1200 Stellen in den Fabriken sind nach Einschätzung der Arbeitsagentur auch Hunderte Arbeitsplätze bei Zulieferern bedroht.