Wenn ein Unternehmen dreimal vergeblich versucht hat, Bewerber für seine Ausbildungsstelle zu finden, entmutigt das. "Es gibt Betriebe, die haben die Flinte ins Korn geworfen", sagt Heinz-Wilhelm Müller. Im April waren in der Cottbuser Agentur 2970 Jugendliche gemeldet, die eine Ausbildung suchen. Doch während nach 2902 Lehrstellen im April 2014 im Vorjahr die Platzzahl noch einmal auf 3263 stieg, sank sie in diesem Jahr um 101 Stellen - während die Zahl der Bewerber stieg.

1947 zum jetzigen Zeitpunkt noch unversorgten Bewerbern stehen noch 2179 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. Damit sei zumindest statistisch jedem Schulabgänger eine Ausbildung sicher, so Heinz-Wilhelm Müller. Doch nicht immer sind das die Traumberufe der Mädchen und Jungen. Die Top-Ten-Liste der unbesetzten Ausbildungsstellen führen die Köche und Kaufleute im Einzelhandel an. Auch Lehrstellen für Restaurantfachleute, Indus-triemechaniker, Bürokaufleute, Mechatroniker, Hotelfachleute und Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klima sind frei. Der größte Teil der Lehrstellen wird von Unternehmen gestemmt, nur 29 sind außerbetriebliche Ausbildungen. "Wenn wir nur 500 der Lehrstellen nicht besetzen, sind wir noch gut", sagt Müller. Viele Schulabgänger entscheiden sich kurzfristig noch für ein Studium, gehen ins Ausland oder in ein freiwilliges soziales Jahr.

Anders sah es Ende März 2016 im Arbeitsamtbezirk Bautzen aus: Dort gab es 2073 Bewerber, aber nur 1651 freie Lehrstellen.