Die oppositionelle Linke, die diesen Befund mitträgt, darüber hinaus aber weiterreichende Feststellungen für notwendig hält, wird ihrerseits einen gesonderten Bericht vorlegen.Die beiden Ministerinnen Wilma Simon und Dagmar Ziegler und der heutige Amtsinhaber Rainer Speer sind dafür verantwortlich, dass sich der Beamtenapparat "in hohem Maße verselbstständigte" und sowohl die eigene Hausspitze als auch den Landtag nur unzureichend informierte. Bemerkenswert erscheint es aus Sicht der Abgeordneten auch, dass das gesamte Vorgehen der Abteilung 4 des Ministeriums nicht durch einen Kabinettsbeschluss gedeckt war. Die Abgeordneten sehen nach ihren Untersuchungen keinen Anlass, das herbe Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH), der von "sittenwidrigem" Regierungshandeln gesprochen hatte, in Frage zu stellen. Denn auch nach ihrer Erkenntnis war die Suche nach möglichen Erben von Bodenreform-Flächen "mangelhaft" oder erfolgte gar nicht. Eine hinreichend intensive Recherche aber wäre aus Sicht der Abgeordneten wie auch nach dem Urteil des BGH die Voraussetzung dafür gewesen, dass sich das Land selbst zum Erbenvertreter bestellt und anschließend die Grundstücke beansprucht.Mit dem Abschlussbericht haben sich die Abgeordneten in der Koalition durchgesetzt, die auf einer hinreichend deutlichen Beschreibung der Fehler der Landesregierung bestanden - insbesondere die beiden Obleute Susanne Melior (SPD) und Dierk Homeyer (CDU). Homeyer sagte, das Papier sei natürlich auch ein Kompromiss und er selbst hätte an einigen Stellen deutlichere Formulierungen gewählt. Nachgeben musste die Ausschussvorsitzende Jutta Liske (SPD), die dazu ausersehen worden war, einen möglichst schonenden Text zu garantieren. Dafür aber wurde sie selbst von Mitgliedern der eigenen Fraktion wie beispielsweise dem Abgeordneten Jens Klocksin kritisiert.Die Linke geht in ihrem Minderheitenvotum noch klarer auf das Urteil des BGH ein und beruft sich darauf. Demnach war das Handeln der Finanzbeamten nicht nur fehlerhaft, sondern aus Sicht der Linken ein eklatanter Rechtsbruch. Weiter kritisiert die Linke auch die aus ihrer Sicht verantwortungslose Prozessstrategie des Landes in den Jahren, in denen Rainer Speer bereits als Finanzminister amtierte. Dieser direkte Angriff auf den amtierenden SPD-Amtsinhaber war offensichtlich in der Koalition nicht kompromissfähig.