Wofür steht die elektronische Lohnsteuerkarte?

Darunter sind die Elektronischen LohnSteuerAbzugsMerkmale (ELStAM) zu verstehen. Sie ersetzt faktisch die bisherige Karte aus Papier. Durch das Verfahren soll Bürokratie abgebaut werden. So entfällt etwa die Pflicht für Angestellte, bei der Personalabteilung die aktuelle Lohnsteuerkarte abzugeben.

Und wie erhält der Arbeitgeber dann die gültigen Daten zur Lohn- oder Gehaltsberechnung?

Er ruft die Lohnsteuerabzugsmerkmale künftig per Computer beim Finanzamt ab. Informationen zur Steuerklasse, zu Freibeträgen oder zur Kirchensteuer können papierlos aus der Datenbank gezogen werden.

Warum sind so viele Info-Schreiben fehlerhaft?

Darauf gibt es zurzeit noch keine schlüssige Antwort. Offenbar ist das Daten-Chaos ungeahnten Ausmaßes beim Bundeszentralamt für Steuern entstanden. Dorthin haben alle Bundesländer die Daten übermittelt. Was dabei herausgekommen ist, führt beim Steuerbürger – wie auch Kenner der Materie einräumen – zu berechtigter Verärgerung.

Was ist zu tun, damit auch im Januar 2012 vom Arbeitgeber der korrekte Lohn berechnet und auf das Konto überwiesen werden kann?

Zumindest ist jegliche Panik unbegründet. Zwar hätte die Einführung der elektronischen Steuerkarte nach Einschätzung von Experten besser ausgesetzt werden sollen. Zumindest aber wurde der scharfe Start jetzt erst einmal ins II. Quartal 2012 verschoben. Bis dahin gelten die Eintragungen der Lohnsteuerkarte von 2010. Wichtig ist es aber dennoch, das Info-Schreiben nicht einfach abzuheften, sondern zu prüfen.

Und wenn es Abweichungen und Fehler gibt?

Zunächst, wenn alle Angaben stimmen, gibt es keinen Handlungsbedarf. Wenn die Angaben fehlerhaft sind, dann muss sich – was eigentlich abgeschafft sein sollte – der Arbeitnehmer kümmern. Das heißt, es muss eine Änderung der Merkmale beim zuständigen Finanzamt beantragt werden.

In welcher Form muss der Antrag gestellt werden?

Formulare dafür gibt es bei den Finanzämtern. Auf den Internetseiten finanzamt.brandenburg.de und finanzamt.sachsen.de können Anträge auch heruntergeladen werden. Am besten geht man dabei auf das zuständige Finanzamt und steuert dort den Button Formulare und Anträge an.

Wie kommt der Arbeitgeber zu den exakten Daten?

Indem die Finanzämter sofort ein Mitteilungsschreiben für die Arbeitgeber ausstellen, das abzugeben ist. Wer bereits eine Änderung der Merkmale beantragt hat und bisher keinen ELStAM-Ausdruck erhalten hat, bekommt ihn automatisch vom Finanzamt zugestellt.

Müssen auch fehlende Pauschbeträge für Menschen mit Behinderung nachgetragen werden?

Nur, wenn dieser Pauschbetrag erstmalig beantragt wird. Ansonsten sind die Pauschbeträge bereits richtig in den ELStAM gespeichert. Das fehlerhafte Mitteilungsschreiben ist in diesem Falle, so bestätigt es das Potsdamer Finanzministerium, nicht zu korrigieren.