"Früher hieß es: "Juden raus. Juden sind unser Unglück". Heute heißt es: "Muslime raus. Muslime sind unser Unglück". Wenn ich da nicht besorgt bin, dann wäre ich im Kopf nicht in Ordnung." Ihm sei es unverständlich, wie "Nachfolgeverbrecher von Pegida und AfD" so Stimmung machen können.

Jeder Deutsche sollte sich gegen neuerliche rechte Umtriebe engagieren, forderte Krüger. "Als junger Mensch musste ich erfahren, welche verheerenden Folgen es hat, wenn sich Menschen gegen eine Minderheit stellen. Die Vergangenheit lehrt uns, dass wir nicht zulassen dürfen, dass Einzelne heute wieder bestimmen wollen, wer hier leben darf und wer nicht."

Die Gewalt gegen Flüchtlinge sei besorgniserregend, stellte der Mime fest. Rechte Gewalttäter zündeten ihre Unterkünfte an oder griffen Asylbewerber körperlich an. "Ich möchte, dass sich meine Landsleute darüber unterhalten, dass dieser Gewalt von Rechts auf friedliche Art und Weise Einhalt geboten werden muss, dass wir die Rechten aus unseren Parlamenten herauswählen."

Gemeinsam mit anderen Prominenten unterstützt Krüger ein Projekt gegen Rechtsextremismus. Dafür tourt er aktuell mit der Amadeu-Antonio-Stiftung durch die Rathäuser der Republik. Den Auftakt bestritt der 87-Jährige in Potsdam. Am heutigen Dienstag will der Filmstar mit Potsdamer Gymnasiasten die aktuelle Lage diskutieren und sie animieren, sich nicht der aktuellen Politikverdrossenheit hinzugeben. Diese sei der Nährboden für rechtsextreme Umtriebe.

"Einfache Lösungen gibt es nicht", betonte Krüger mit Blick auf die aktuelle deutsche und europäische Asylpolitik. Zäune und Transitzonen würden überhaupt nichts nutzen. Dieser Populismus sei nur Wasser auf die Mühlen der Rechtsextremen.