Ein halbes Jahr später als geplant meldet sich das Filmmuseum Potsdam nach Sanierungsarbeiten zurück. Am Samstag wird es mit der neuen Familienausstellung "Die Abenteuer des jungen Marco Polo" eröffnet.

Die Schau für rund 300 000 Euro basiert auf der gleichnamigen TV-Animationsserie, von denen der Kinderkanal Kika seit Mitte Oktober alle 26 Folgen zeigt. Sie ergänzt ein Jahr die Dauerausstellung zur über 100-jährigen Filmgeschichte in Babelsberg. Das bereits 1981 zu DDR-Zeiten gegründete Haus eröffnet unter neuer Leitung.

Die Filmwissenschaftlerin Ursula von Keitz (53) lehrt seit dem Wintersemester 2014/15 als Professorin an der Filmuniversität Babelsberg, zu der auch das Museum gehört. Durch diese Verbindung sollen Praxis und Forschung künftig enger verzahnt werden. "Die Verknüpfung von Theorie und Praxis bietet große Chancen", sagte von Keitz am gestrigen Mittwoch.

Von Keitz will an den drei Säulen des Museums - Sammlung, Museum und Kino - festhalten. Vor allem die wechselnden Ausstellungen im Foyer sieht sie als einen Bereich, in dem Studierende der Filmuniversität ihr Können präsentieren können. Konkrete Pläne hat die gebürtige Regensburgerin, die unter anderem stellvertretende Direktorin des Deutschen Filminstituts DIF in Frankfurt/Main war, auch für künftige Wechselausstellungen. "Ich möchte das Thema Tanz und Film darstellen", sagte sie. 2017 stünde dann das 100-jährige Bestehen des Filmunternehmens Ufa an, das in Potsdam seinen Sitz hat. "Das muss man frühzeitig anschieben." Das Museum im einstigen königlichen Marstall im Herzen Potsdams war fast eineinhalb Jahre wegen der Sanierung geschlossen.

Rund 2,5 Millionen Euro hat die Sanierung des Gebäudes die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten als Eigentümerin gekostet. Hintergrund war vor allem die Verbesserung des Brandschutzes. Schäden im Dach hatten jedoch zu Verzögerungen und Mehrkosten geführt - aus den ursprünglich veranschlagten 1,5 Millionen wurden rund 2,5 Millionen Euro. Auch für das Museum selbst wurde die Sanierung teurer: Aus- und Einzug, Einlagerung der Exponate und Neugestaltung des Foyers kosteten laut Sprecherin Christine Handke knapp 420 000 Euro; eingeplant waren zunächst 300 000 Euro. Mehrkosten verursachte unter anderem die Aufarbeitung der Orgel von 1929. Ab Sonntag wird sie wieder regelmäßig live bei Vorführungen von Stummfilmen in dem sanierten Kinosaal zu hören sein. Dieser bietet nun 147 Menschen Platz und verfügt über 3-D-Technik.