"Jedes Jahr gibt es ungefähr 1000 Feuerwehrleute weniger", sagte Manfred Gerdes, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes. Im vergangenen Jahr wurden rund 42 700 aktive Kameraden gezählt, 2011 waren es noch mehr als 44 800 Mitglieder.

"Schätzungen gehen dahin, dass es in zehn Jahren nur noch 35 000 Feuerwehrleute im Land gibt", sagte Gerdes. Versorgungslücken könne er derzeit zwar ausschließen, doch dürfte es künftig schwierig werden, den flächendeckenden Brandschutz zu gewährleisten.

Grund für den Mitgliederschwund sei vor allem die demografische Entwicklung. Besonders in ländlichen Regionen der Uckermark und Prignitz könnten die Verluste aus Altersgründen nur schwer durch Neuzugänge ausgeglichen werden. "Es gibt kaum noch junge Leute, die sich ehrenamtlich engagieren wollen", kritisierte Gerdes. Zudem sei es schwierig, die Jugendlichen zu halten, viele würden ab einem gewissen Alter lieber anderen Hobbys nachgehen. "Einmal Feuerwehr, immer Feuerwehr - das war früher mal." Trotzdem steigen die Mitgliederzahlen bei den Jugendfeuerwehren laut Innenministerium seit 2007 wieder leicht an. 11 916 Jugendliche trainierten im vergangenen Jahr den Einsatz im Ernstfall, also 243 mehr als im Vorjahr.

Einen kleinen Zuwachs bei der Jugendfeuerwehr bemerkte auch Manfred Mrose, Vorsitzender des Kreisverbandes Oberspreewald-Lausitz. "Neue Mitglieder gibt es nur durch die Jugendlichen, erwachsene Quereinsteiger haben wir hier gar nicht." 3148 Feuerwehrleute waren im vergangenen Jahr im Landkreis aktiv. Insgesamt sei die Tendenz eher sinkend.