Immer öfter wird die Feuerwehr in der Lausitz zu Türnotöffnungen alarmiert. Die Kameraden werden gerufen, weil Nachbarn, Vereine oder Freunde vor allem ältere Personen länger nicht mehr gesehen haben. In den meisten Fällen befreit die Feuerwehr bei darauffolgenden Einsätzen allein lebende ältere Menschen aus einer misslichen Lage.

In Südbrandenburg und Nordsachsen gingen im vergangenen Jahr mehr als 1000 Notrufe zu hilflosen Personen in der Wohnung ein. Das macht zehn Prozent der Feuerwehr-Gesamteinsätze in der Lausitz aus.

Sprunghaft angestiegen ist die Anzahl der Alarmierungen zu Türnotöffnungen im Vorjahr im Landkreis Spree-Neiße. In mehr als 100 Einsätzen mussten die ehrenamtlichen Kameraden für Zugang zu Wohnungen oder Gebäuden sorgen. Im Jahre 2014 waren es nur fast halb so viele Einsätze dieser Art. Für Stefan Grothe, den stellvertretenden Kreisbrandmeister, sei dabei Gefahr für Leib, Leben und Gesundheit von Bewohnern abgewendet worden.

Der Präsident des Brandenburger Landesfeuerwehrverbandes, Werner-Siegwart Schippel, verweist auf die steigende Tendenz derartiger Hilfeleistungen, während die Kameraden insgesamt weniger zu Brandeinsätzen ausrücken müssten. Nach Einschätzung von Schippel sind die zunehmenden Türnotöffnungen auch eine Folge der demografischen Entwicklung in der Region. Während heute laut Landesstatistikamt 22 Prozent der Gesamtbevölkerung älter als 65 Jahre sind, wird der Anteil nach Prognosen ab 2030 auf ein Drittel ansteigen.

Themen des Tages Seite 3