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Feuerwehren kritisieren Pläne zur Kreisreform

Feuerwehr und Rettungskräfte waren am Montagmorgen in Lübbenau nach einem Unfall auf dem Bahngleis im Einsatz.
Feuerwehr und Rettungskräfte waren am Montagmorgen in Lübbenau nach einem Unfall auf dem Bahngleis im Einsatz. FOTO: Fotolia
Cottbus. Der Landesfeuerwehrverband Brandenburg übt heftige Kritik an der Umsetzung der Kreisreform im Land. Die geplante Eingliederung der bisher kreisfreien Städte habe eine „deutliche Schwächung“ der heute sehr gut funktionierenden Einsatzstrukturen zur Folge. Rüdiger Hofmann

Wie der Landesfeuerwehrverband Brandenburg und die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren mitteilen, wird die derzeitige Gefahrenabwehr bestehend aus Feuerwehr, Rettungsdienst, Regionalleitstelle sowie Katastrophenschutz mit einer einheitlichen Führung und einem gemeinsamen Personalpool "hocheffizient und innovativ" wahrgenommen.

Die Einkreisung von Städten wie Cottbus, Frankfurt/Oder und Brandenburg an der Havel hätte zur Folge, dass sie nicht mehr Träger des Rettungsdienstes sowie Träger für die Betreibung der integrierten Regionalleitstelle wären. Eine geminderte Qualität durch längere Entscheidungswege wäre eins der Ergebnisse, da sich Eintreffzeiten im Rettungsdienst verschlechtern.

"Für die Integrierte Leitstelle ist festzustellen, dass der dauerhafte sichere Betrieb sowie das schnelle personelle Reagieren bei Großschadenslagen nur durch die personelle Verknüpfung mit dem Personal einer Berufsfeuerwehr sichergestellt werden kann", sagt Werner-Siegwart Schippel, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg. Zudem sei eine Umstrukturierung der Zuständigkeiten der Leitstellen mit einem erhöhten organisatorischen Aufwand verbunden.

Die kreisfreien Städte als jetzige und künftige Oberzentren mit Berufsfeuerwehren sollten laut Landesfeuerwehrverband aus fachlicher Sicht auch weiterhin Träger des Rettungsdienstes, Träger einer Regionalleitstelle sowie Aufgabenträger des Katastrophenschutzes bleiben. "Sollte das Gesetz zur Kreisgebietsreform in der jetzigen Form beschlossen werden, wird das zu einer deutlichen und für den Bürger spürbaren Reduzierung der Leistungsfähigkeit der Berufsfeuerwehren führen", sagt Wolfgang Hülsebeck, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Berufsfeuerwehren Brandenburg.