D en Feuerwehren im Land Brandenburg geht das Personal aus. Auf einer Tagung des Landesfeuerwehrverbands in Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) am Samstag waren vor allem Nachwuchssorgen und Geldmangel heiß diskutierte Themen.

Ihre Zukunftsvorstellungen formulierten die rund 100 Delegierten in der „Potsdamer Erklärung“, wie Verbandspräsident Manfred Gerdes mitteilte. Darin wird vor allem von den Kommunen, den Trägern des Brandschutzes, mehr finanzielle Unterstützung gefordert. „An der Sicherheit der Bürger darf nicht gespart werden“, sagte Gerdes.

Gastredner bei der Delegiertenversammlung war Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD). Er dankte den Tausenden haupt-und ehrenamtlichen Feuerwehrleuten im Land für ihren Einsatz. Als Beispiel hob er die Hochwasserlagen im vergangenen Jahr hervor, die ohne Feuerwehr und Katastrophenschutz nicht so glimpflich abgelaufen wären. „Das waren vorbildliche Leistungen“, sagte Woidke. Er betonte in diesem Zusammenhang die besondere Bedeutung des freiwilligen und ehrenamtlichen Engagements im Brand- und Katastrophenschutz. „Wer hier mitmacht und mitunter Gefahren auf sich nimmt, der füllt die Idee des Einstehens für andere mit Leben.“

Laut einer Prognose sollen bis 2020 nur noch 35 000 Einsatzkräfte zur Verfügung stehen, derzeit sind es nach Verbandsangaben 46 000. Von zehn Angehörigen der Jugendfeuerwehr blieben nur drei auch als Erwachsene weiterhin aktiv. „Da muss etwas passieren“, sagte Verbandspräsident Gerdes. Denn die Einsätze der Feuerwehr würden eher mehr – unter anderem durch stärkeren Autoverkehr und eine steigende Zahl von Unfällen. Jungen Menschen könnten nach dem Vorbild Mecklenburg-Vorpommerns Paten zur Seite gestellt werden, um den Übergang in die Erwachsenen-Feuerwehr zu erleichtern. Hier seien nicht nur Lehrstellen oder ein Studium Hürden. „Das sind Generationskonflikte.“

Statt wie jetzt rund sieben Millionen Euro pro Jahr müssten die Feuerwehren 17 Millionen Euro bekommen, denn ihnen stehe eigentlich in Gänze die Feuerschutzsteuer im Volumen von zehn Millionen Euro zu, meinte der Verbandschef. Sie fällt beim Abschluss einer Brandschutzversicherung an. Augenblicklich finanziere das Land die Stützpunktfeuerwehren jährlich mit fünf Millionen sowie Neubauten für Ausbildungs- und Schulungszwecke mit zwei Millionen Euro.

Zur Unterstützung der Jugendarbeit bei den Feuerwehren der Gemeinden Ahrensfelde (Barnim), Niederer Fläming (Teltow-Fläming) und Golßen (Dahme-Spreewald) gab Innenminister Woidke jetzt 6000 Euro aus Lottomitteln frei. Von dem Geld könnten die Wehren etwa 100 Parka für den Nachwuchs anschaffen, teilte Ministeriumssprecher Ingo Decker am Sonntag mit.

Neben der inhaltlichen Debatte stand die Wahl eines neuen Präsidiums auf der Tagesordnung des Landesfeuerwehrverbandes in Lauchhammer. Es wurde für vier weitere Jahre wiedergewählt, darunter Manfred Gerdes als einziger Kandidat für das Präsidentenamt, das der 67-jährige Diplomingenieur seit acht Jahren innehat. Dem Verband gehören nach eigenen Angaben rund 40 000 Mitglieder an.