Während der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Karl-Ludwig Böttcher, die Lage als "Fünf vor Zwölf" bezeichnete, erklärte der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, Manfred Gerdes, die Situation als "nicht dramatisch". Die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren könne landesweit gewährleistet werden. "Es ist allerdings gerade in Flächenkreisen nicht so, dass jeder Einsatzort immer in 15 Minuten erreicht wird." Beispielhaft schilderte der Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr in Dahme (Dahme-Spreewald), Karsten Schmidt, die Probleme einer Wehr. Zu rund 100 Einsätzen rücke seine Truppe jährlich aus. "Diese Zahl steigt stetig, doch unsere Mitgliederzahl ist rückläufig", sagte Schmidt. Das Feuerwehrhaus platze aus allen Nähten. Für die Technik fehle es an Wartungsmöglichkeiten. Auch Duschen gebe es nicht. Wer sich fortbilden wolle, scheitere oft am Mangel an Ausbildungsplätzen. Das Problem unzureichender Weiterbildungsmöglichkeiten, vor allem an der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz, zog sich wie ein roter Faden durch die Redebeiträge der Anhörung. Es führe zu Defiziten bei der Bedienung stetig komplizierter werdender Ausrüstungen und könne zur Gefahr für die Brandschützer selbst werden, kritisierte der Brandschutzreferent vom Landkreistag Brandenburg, Steffen Iwers. Der Präsident des Feuerwehrverbandes, Manfred Gerdes, bemängelte vor allem das Fehlen moderner Technik. Deutschland sei neben Albanien das einzige Land in Europa, in dem die Feuerwehr noch nicht flächendeckend mit digitaler Funktechnik arbeite. Bereits 2006 sei die Einführung geplant gewesen, nun sei erst 2013 damit zu rechnen. Es müsse zudem "mehr in der Nachwuchsarbeit passieren", forderte Gerdes. Der Rückgang der Mitglieder in den Jugendfeuerwehren von rund 16 000 im Jahr 2000 auf nunmehr weniger als 11 000 bereite ihm "großes Kopfzerbrechen". Um größere Anreize für freiwilliges Engagement zu schaffen, müsse das Ehrenamt aufgewertet werden, so der Konsens der Redner. Eine Urkunde genüge als Belohnung für die freiwillige Arbeit schon längst nicht mehr, sagte Gerdes. Er forderte eine Karte für die Ehrenamtlichen, mit denen sie in den Genuss von Vergünstigungen kämen. Auch eine Zusatzrente für Feuerwehrleute sei ein gutes Mittel, Nachwuchs bei der Stange zu halten.