Heute ist er nur einer von mehreren Hundert Restaurierungsfällen, die pro Jahr die Werkstätten der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten durchlaufen. An dem einst so wichtigen Utensil blättert die Farbe ab, die Eisenteile sind verrostet. Nur die Aufschrift in roter Farbe am Wagenkasten "Anno 1763, Königliches Palais" weist noch auf die royale Vergangenheit des Wagens hin.
Knapp zwei Millionen Euro sind im Stiftungsetat in diesem Jahr für die Aufarbeitung von Marmorskulpturen, Gemälden und Stofftapeten eingestellt, sagt Chefrestaurator Hans-Christian Klenner. Wie das Geld verwendet wird, ist noch bis zum 17. September in der Ausstellung "Marmor, Stein und Eisen bricht..." in der Orangerie im Neuen Garten in Potsdam zu sehen. Die Stiftung will den Besuchern damit erstmals seit 1978 wieder einen Einblick in die acht Restaurierungsfachbereiche geben.

Schließen auf Ursprünge
Der Feuerlöschwagen, der vermutlich im Potsdamer Neuen Palais oder dem Berliner Kronprinzenpalais zum Einsatz kam, beschäftigt sowohl die Holz- als auch die Metallrestauratoren im stiftungseigenen Restaurierungshof. "Trotz der fünf Farbanstriche auf den Holzteilen können wir noch mit großer Sicherheit auf das ursprüngliche Aussehen schließen", erklärt Restauratorin Sunniva Vohland. Die oberste Farbschicht zeigt ein sattes Dunkelgrün, doch als älteste Farbfassung stellte die Restauratorin ein "helles Frühlingsgrün" fest. "Die verschiedenen Anstriche werden nun teilweise ausgebessert, damit man hier durch die Gebrauchsspuren auch die Geschichte des Objekts ablesen kann", ergänzt Vohland die Arbeit.
In der Metallwerkstatt nebenan sind die Restauratoren Harald Weber und Martin Engel seit Februar mit den vier Zylindern, dem Schwengel und dem Windkessel des Wagen-Pumpwerkes beschäftigt. "Dem Zerlegen der Bronze- und Eisenteile ging eine Recherche und ein gemeinsames Restaurierungskonzept der verschiedenen Werkstätten voraus", erläutert Engel. "Wir wissen, dass seit 1655 ähnliche Windkessel im Einsatz waren, mit denen durch Betreiben des Pumpenschwengels ein stetiger Wasserdruck erzeugt werden konnte", ergänzt Weber. Offen sei jedoch, ob es zu diesem Löschwagen auch Schläuche gab, obwohl diese seit 1762 hergestellt wurden.
Zur Erledigung ihres Konservierungsauftrags benötigt die Stiftung jedoch auch Hilfe von externen Spezialisten. "Für den Nachdruck von Tapeten müssen wir beispielsweise Handwerker beauftragen, die noch der Kunst des Papierschöpfens oder Kupferstechens kundig sind", betont Kuratorin Kathrin Lange. Für das Löschmobil wurde eigens ein Kunstschmied beauftragt, der nun die fehlenden Eckbeschläge für den Wagenkasten nachbaut. "Das ist einer von 250 Aufträgen, die wir im Jahr an externe Restauratoren vergeben", betont Chefrestaurator Klenner.

Staatswagen muss warten
Das historische Feuerlösch-Gefährt hat derzeit bei den Restauratoren Priorität. Dafür muss sogar der Staatswagen Friedrich Wilhelms II. in "zweiter Reihe" warten. In der Paretzer Schlossremise soll der Löschwagen ab 2. September in restaurierter Fassung erstmals im Rahmen einer Kutschenausstellung zu besichtigen sein.
Wer an den Arbeitsstadien interessiert ist, kann jedoch zuvor die beiden Werkstätten besichtigen. Morgen ist die Metallwerkstatt ab elf Uhr für Besucher geöffnet, am 20. August die Holzwerkstatt.