Vorbei die Zeiten, als der Kürbis lediglich als Halloween-Fratzengesicht herhalten musste. Inzwischen macht man aus ihm Marmelade, Kuchen, Saft, Senf oder Öl. Auch als Spielzeug wird er immer beliebter. So veranstaltet Jens Herrtrampf seit Jahren in Wurzen jeweils im Herbst eine Kürbisfiesta. Dort kann mit den mehr oder weniger großen runden Dicken gependelt, gekegelt oder balanciert werden. Kürbis-Anbauer wetteifern um den Größten. "Doch nach so einem Fest wussten wir immer nicht so recht, was wir mit den Dekokürbissen anstellen sollten", meint der Veranstaltungsmanager.
Das Wurzener Veranstaltungsteam "Die Vier" hatte aus einer Schnapsidee heraus den Einfall, aus dem Gemüse Hochprozentigen brennen zu lassen. "Wir wälzten Fachliteratur und suchten in Sachsen Brennereien, die unsere Kürbisse verarbeiten", erzählt Jens Herrtrampf. Schließlich nahmen er und seine Mitstreiter die rund drei Tonnen Kürbisse unter ihre Fittiche, putzten und entkernten die Kolosse. "Während die Kerne zu ölhaltig sind und entfernt werden müssen, kann man die Schale dranlassen", weiß der studierte Betriebswirt inzwischen. Seitdem geht Jahr für Jahr frisches Kürbisgeschnetzeltes von Wurzen aus auf die Reise nach Meißen zur berühmten Spezialitätenbrennerei "Prinz zur Lippe".
Gemeinsam mit dem erfahrenen Brennmeister Siegbert Henning entwickeln "Die Vier" jeweils einen Kürbis-Jahrgangsbrand mit einer besonderen Note. Seit 2003 kombiniert man den Obstbrand mit Äpfeln von sächsischen Streuobstwiesen. Immer im Herbst wird der Schnaps der Vorjahresernte geliefert. "In diesen Tagen ist nun der 2005er Kürbisbrand auf den Markt", so Jens Herrtrampf an. Der 42-Prozentige wird vor allem gern als Geschenk gekauft. Rund 18 Euro kostet die Flasche, die auf Wunsch verschickt wird. Kontakt: Tel. 03425/921203