Der Brand in einer Sporthalle in der Nähe einer Berliner Flüchtlingsunterkunft ist wahrscheinlich von Kindern ausgelöst worden. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, konnten mehrere Jungen ermittelt werden, die am Mittwoch in das Gebäude auf dem Gelände der einstigen Nervenklinik in Berlin-Reinickendorf eingedrungen waren. Zeugenaussagen hätten die Ermittler zu einem Achtjährigen geführt. Dieser habe zugegeben, dass er mit anderen Kindern in der Halle gekokelt habe. Dabei sei der Brand entstanden. Laut Polizei konnten auch die anderen Jungen ermittelt werden.

Die Halle, die von Sportvereinen und Flüchtlingskindern genutzt wurde, war am Mittwoch niedergebrannt. Nicht weit von ihr entfernt wohnen rund 900 Flüchtlinge in vier Häusern. Da die Kinder strafunmündig sind, bleiben sie den Angaben zufolge bei ihren Eltern. Laut Polizei wohnen die Flüchtlingskinder in den Unterkünften auf dem einstigen Klinikgelände.

Die Polizei hatte weder einen technischen Defekt noch vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung ausgeschlossen. Am Freitag hatte die Behörde dann mitgeteilt, dass im Bauschutt der niedergebrannten Sporthalle keine Spuren von Brandbeschleunigern gefunden wurden.

Die Ermittlungen dauerten am Samstag noch an. Weitere Details nannte ein Polizeisprecher nicht. Auch der Sachschaden wurde bislang nicht beziffert.

Berlins Innensenator Frank Henkel bedankte sich bei denjenigen, die sich in den vergangenen Tagen besonnen und zurückhaltend geäußert hatten. „Die aktuelle Entwicklung zeigt, warum es vernünftig ist, dass eine öffentliche Bewertung nicht schon zu Beginn von Ermittlungen erfolgt“, sagte der CDU-Politiker. So sei verhindert worden, dass durch Spekulationen zusätzlicher Druck auf der Polizei laste. „Es ist unerlässlich, dass wir sensibel gegenüber extremistischen Bedrohungen sind und in alle Richtungen ermitteln. Ebenso wichtig ist es jedoch, die Ermittler ihre Arbeit machen zu lassen, ohne dass sie durch Vorfestlegungen eingeengt werden“, so Henkel.

In brandenburgischen Nauen war am Dienstag eine Sporthalle ausgebrannt. Diese war als Notunterkunft für Flüchtlinge geplant und sollte Anfang September bezogen werden. Der Staatsschutz ermittelt wegen Brandstiftung. In dem Gebäude wurden Reste von Brandbeschleunigern entdeckt. Das Innenministerium geht von einer fremdenfeindlichen Motivation aus. Das Land Brandenburg hat 20 000 Euro Belohnung für Hinweise zur Ergreifung der Täter ausgesetzt.