„Die Lage hat sich weiter entspannt. Es besteht keine Großschadenslage mehr“, sagt Bernhard Schulz, Pressesprecher des Landkreises Dahme-Spreewald auf RUNDSCHAU-Nachfrage am Montagvormittag. Das heißt, es sind keine überörtlichen Kräfte mehr für die Brandbekämpfung notwendig, sondern die örtlichen Einsatzkräfte genügen wieder aus. Zeitweise standen 100 Hektar Wald in Flammen. Am vergangenen Montag war der Brand ausgebrochen.

Wie Schulz weiter erklärt, schwele es derzeit noch, vor allem auf den Moorflächen. Moor habe bestimmte organische Eigenschaften, die dazu führen, dass es besonders lange brenne. Es könne deshalb noch vereinzelt zu Geruchsbelästigungen kommen.

Derzeit werde nun das weitere Vorgehen, im Besonderen Brandwachen, organisiert, sagt Bernhard Schulz. So soll auch Streife gefahren werden, um die Schwelstellen zu überwachen und bei Wiederaufflammen schnell nachlöschen zu können.

In Lübtheen wir es immer schlimmer

Während in Lieberose aufgeatmet werden kann, frisst sich der Brand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern immer weiter vorwärts. Er hat sich in der Nacht zum Montag ausgedehnt und bedroht weitere Dörfer. Auch in anderen Bundesländern waren die Auswirkungen zu spüren.

Wie ein Sprecher der regionalen Einsatzleitstelle im Landkreis Ludwigslust-Parchim sagte, waren am Morgen etwa 430 Hektar Wald betroffen. Nach dem Ort Alt Jabel werde nun auch das 131 Einwohner zählende Dorf Trebs am westlichen Rand des Übungsplatzes geräumt. Die Gesamtzahl der Menschen, die bislang ihre Wohnungen verlassen mussten, lag nach Angaben eines Kreis-Sprechers bei etwa 500.

Am Freitag war in einem Wald auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz ein Feuer ausgebrochen. Die Behörden hatten zunächst Entwarnung gegeben und mitgeteilt, das Feuer sei gelöscht. Am Sonntag brach das Feuer erneut aus - als Ursache vermuten die Behörden Brandstiftung.

Munitionsbelastung erschwert Arbeit erheblich

Zusätzlich zu 350 im Einsatz befindlichen Feuerwehrleuten wurden dem Sprecher zufolge weitere Kräfte aus Mecklenburg-Vorpommern und dem benachbarten Niedersachsen angefordert. Erschwert wurden die Löscharbeiten durch im Boden liegende Munition, die die Löschkräfte zwingt, einen Sicherheitsabstand von etwa 1000 Metern einzuhalten.

Wegen der Rauchentwicklung waren auch Menschen in Brandenburg und im Norden Sachsen-Anhalts aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten, wie aus einer amtlichen Warnung der Regional-Leitstelle Nord-West über die Notfall-Informations- und Nachrichten-App „NINA“ hervorging.

Rauch bis nach Brandenburg gezogen

In Brandenburg waren demnach die Städte Brandenburg an der Havel und Potsdam betroffen, außerdem Bewohner in den Landkreisen Havelland, Ostprignitz-Ruppin, Potsdam-Mittelmark und Prignitz. Im nördlichen Sachsen-Anhalt sollten die Auswirkungen demnach in der Altmark und im Landkreis Stendal spürbar sein. Der Brandgeruch war am Montag auch in Berlin wahrnehmbar. Die Hauptstadt-Feuerwehr twitterte: „Der Geruch ist lästig, aber nicht gefährlich.“

Die „Bild“ berichtete, sogar in Sachsen sei das Feuer zu riechen gewesen. Die Wetterlage drücke den Brandgeruch aus dem fast 400 Kilometer entfernten Lübtheen in den Freistaat, was etwa in Dresden zu Anrufen von besorgten Anwohnern bei der Feuerwehr geführt habe.