Der DFB habe am Mittwoch Kenntnis davon erhalten und stehe diesbezüglich bereits im Kontakt mit dem Verein, teilte der Sicherheitsbeauftragte des DFB Hendrik Große-Lefert mit: "Wir haben den FC Energie Cottbus, wie in solchen Fällen üblich, zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert."

Das Festhalten an dem wegen Bestechung eines Polizeibeamten verurteilten André W. stößt auch bei der Polizei auf Unverständnis. "Für uns ist ein Vorbestrafter als verantwortlicher Gesprächspartner nicht akzeptabel", sagte Simone Taubeneck, Leiterin des Direktionsstabes der Polizeidirektion Süd. Der Leiter der Direktion, Sven Bogacz, werde sich nach seinem Urlaub am Montag deshalb sofort mit dem Verein in Verbindung setzen.

Vor jedem Spiel des Drittligisten muss sich die Cottbuser Polizei mit dem Sicherheitsbeauftragten zur Abstimmung der Zusammenarbeit treffen. Zu dem Sicherheitsgespräch am Mittwoch vor dem Freitagspiel in Köln erschien W. nicht, sondern ein Vertreter.

André W., der ein eigenes Sicherheitsunternehmen betreibt, hatte dem bestochenen Beamten über Jahre hochwertige Autos überlassen. Dafür lieferte der nicht nur Daten aus der Autohalterdatei, sondern auch Einträge in das polizeiliche Informationssystem und Auskünfte zu laufenden Ermittlungen. Der Geschäftsführer des FCE, Normen Kothe, hatte das Verhalten von W. als "proaktive Gewährleistung der Sicherheit" bezeichnet. In der Stellungnahme des Vereins ist nur von "strafbaren Kennzeichenabfragen" die Rede.