Das brandenburgische Infrastrukturministerium wies die alleinige Schuld an der Verzögerung jedoch von sich. "Wir haben nicht den Eindruck, dass wir dafür verantwortlich sind. Aber wir beteiligen uns nicht an öffentlichen Schuldzuweisungen", sagte Sprecher Lothar Wiegand.

Nach Ansicht von Flughafensprecher Ralf Kunkel ist allein der Bund für die Zeit- und Kostenplanung verantwortlich. "Das Land Brandenburg und die Flughafengesellschaft haben ihre Hausaufgaben erledigt." Der Bund plane und baue. Dabei müsse er auch die Dauer von Genehmigungsverfahren berücksichtigen.

Ursprünglich sollte der Regierungsflughafen spätestens zur Eröffnung des Hauptstadtflughafens Anfang Juni in Betrieb gehen, zuletzt war von 2014 die Rede gewesen. Die Kosten haben sich Medienberichten zufolge bereits auf mehr als 300 Millionen Euro verdoppelt.

Das brandenburgische Verkehrsministerium hatte im September grünes Licht für den Regierungsflughafen gegeben. Demnach dürfen auf einer Fläche von 223 000 Quadratmetern im Norden des Hauptstadtflughafens Stellflächen für Regierungsflugzeuge und -hubschrauber, Hangars, Betriebsgebäude sowie Empfangsgebäude für ausländische Staatsgäste errichtet werden. Zudem werden Rollbahnen für die Nutzung durch große Flugzeuge wie den Airbus 340 und 380 oder die Boeing 747 verbreitert.

Die Planfeststellungsbehörde genehmigte zudem den Abriss des denkmalgeschützten "Generalshotels" auf dem Flughafengelände. Die Erlaubnis ist mit der Auflage verbunden, daraus zeithistorisch wertvolle Elemente zu bergen und zu dokumentieren.

Das Baudenkmal, das einst als "Sonderabfertigungsgebäude" für DDR-Staatsgäste und wichtige Persönlichkeiten diente, sei historisch, künstlerisch und wissenschaftlich bedeutsam. Dem Denkmalschutz stehe aber das Interesse der Bundesrepublik an einem "protokollarischen und politisch-parlamentarischen Flugbetrieb" am künftigen Hauptstadtflughafen entgegen.

Zur Regierungsflotte gehören zwei A 340, zwei A 319 und vier kleinere Jets vom Typ Global 5000. Die "Weiße Flotte" ist derzeit noch am Flughafen Köln-Bonn angesiedelt. Das Abholen der Politiker mit leeren Maschinen in Berlin kostet den Steuerzahler Millionen.

Zurzeit wird der protokollarische Flugbetrieb der Bundesregierung noch über den Flughafen in Berlin-Tegel abgewickelt. Dieser wird aber mit der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld im Juni geschlossen. Übergangsweise soll dann bis Ende 2016 der alte Flughafen Schönefeld für die Regierung genutzt werden.