Bis dahin müsse die Sachsen-FDP weiter "Erfahrungen sammeln". Als Koalitionspartner komme aus heutiger Sicht wegen inhaltlicher Gründe nur die CDU infrage. Die Zeit bis zu den Wahlen sieht Zastrow als "Lehrzeit" für seine Partei.
Als Ursache für seinen Optimismus nannte Zastrow die Erfolge vergangener Jahre. Bei den Wahlergebnissen habe die FDP im Freistaat so stark zugelegt wie kein anderer Landesverband der Liberalen. Mit 32 FDP-Bürgermeistern seien die Sachsen bundesweit Spitze. Den Grund sieht der 37 Jahre alte Parteichef in der "besonderen Volksnähe" der einheimischen Liberalen. Sie seien mit zahlreichen kleinen Projekten und Initiativen im Land unterwegs und so bei den Bürgern präsent.
Über die Zeitspanne bis zum nächsten Urnengang auf Landesebene ist Zastrow froh. "Wir haben unsere Zeit gebraucht, in den Landtag zu kommen. Und wir brauchen die Zeit bis 2009, um ein zweistelliges Ergebnis zu erreichen." Die Partei sehe er in einem ständigen Wahlkampf. "Wir müssen bis zur Wahl noch viel mehr Themen angepackt haben." Zastrow hatte die Partei nach ihrem Absturz bei der Landtagswahl 1999 übernommen. Damals kam die FDP nur auf 1,1 Prozent. Bereits 1994 hatte sie nicht den Sprung ins Parlament geschafft. Bei der Bundestagswahl 2005 holte die FDP 10,2 Prozent der Stimmen im Land.
Nach einer Stagnation der Mitgliederzahlen im Vorjahr geht Zastrow in diesem Jahr von einem leichten Wachstum der FDP in Sachsen aus. In Dresden kämen 15 bis 20 Prozent neue Mitglieder im Jahr dazu. Auf dem Land sei es allerdings schwer, Nachwuchs zu finden. Weiße Flecken habe die Partei auf der Landkarte aber nicht. Derzeit haben die Freien Demokraten in Sachsen rund 2600 Mitglieder. Um die politische Arbeit attraktiver zu machen, soll die Partei allmählich umstrukturiert werden. Eine Perspektive sieht Zastrow in der Konzentration auf klar abgesteckte Projekte.
Wichtig für jede Partei seien starke Persönlichkeiten wie zum Beispiel der Bundestagsabgeordnete und Bürgermeister von Deutschneudorf im Erzgebirge, Heinz-Peter Haustein (FDP), sagte der Landeschef. Haustein hatte sich bei der letzten Bürgermeisterwahl 1999 einen Namen gemacht, als er das Traumergebnis von 96,8 Prozent einfuhr. In dem Ort hätten sich auch in diesem Jahr keine Gegenkandidaten gefunden. "Es traut sich keiner mehr anzutreten", sagte Zastrow.