Das war eine ziemliche Abfuhr für Sachsens langjährigen FDP-Vorsitzenden: Nur 153 von 246 gültigen Stimmen und damit nur 62,2 Prozent hat er bei der Abstimmung am Samstag in Annaberg Buchholz (Erzgebirgskreis) erhalten. Wie die Chemnitzer Freie Presse weiter meldet, haben immerhin 88 – also mehr als ein Drittel der Parteitagsdelegierten – gegen den einzigen Kandidaten gestimmt, zudem gab es fünf Enthaltungen.

Zastrow hatte die FDP bereits in den Jahren 2004, 2009 und 2014 als Spitzenkandidat in eine Landtagswahl geführt. Dabei war der gebürtige Dresdner jeweils mit mehr als 90 Prozent nominiert worden. Wie die Freie Presse weiter schreibt, war vor fünf Jahren die damalige Regierungspartei FDP, die der jetzt 50-Jährige bereits seit Ende 1999 als Landesvorsitzender führt, an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Schon bei einer erstmals durchgeführten Mitgliederbefragung um die Spitzenkandidatur Ende 2018 habe Zastrow nur 63,6 Prozent der Stimmen erhalten. Allerdings hatte es dabei einen in der Partei zuvor weitgehend unbekannten Gegenkandidaten gegeben.