Türk habe für diesen Vorschlag in einer Klausursitzung am vergangenen Freitag breite Unterstützung der rund 30 versammelten Vorstandsmitglieder und Kreisvorsitzenden erhalten. Der Führungswechsel soll auf dem Parteitag am 5. April in Beelitz vollzogen werden.
Als Hauptgrund nannte Lanfermann Türks Doppelfunktion als Parteichef und Bundestagsabgeordneter. Türk wolle sich künftig stärker auf sein Mandat in Berlin konzentrieren, sehe aber auch ein Problem darin, 2004 als Parteichef noch zusätzlich die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl zu übernehmen. Dagegen habe er selbst genügend Zeit, sich um die Partei zu kümmern, sagte der frühere Staatssekretär im Bundesjustizministerium. Seit dem Ende der CDU/FDP-Koalition 1998 ist der aus Nordrhein-Westfalen stammende Lanfermann "zeitweilig beurlaubt".
Der 52-Jährige kündigte an, den rund 1700 Mitglieder zählenden Landesverband schlagkräftiger zu machen. Dieser sei durch die lange "außerparlamentarische Opposition" in einer schwierigen Lage. Die FDP ist seit 1994 nicht mehr im Landtag vertreten und kam in jüngsten Umfragen auf etwa fünf Prozent der Stimmen.
Lanfermann war auf einem Parteitag im Januar zum Generalsekretär gewählt worden, nachdem der 52-Jährige dieses Amt bereits seit Dezember kommissarisch ausgeübt hatte. Türk hatte den Parteivorsitz in einer Kampfkandidatur gegen seine Vorgängerin Claudia Lehmann am 28. April 2001 übernommen.
Anschließend blieb der Posten des Generalsekretärs länger als eineinhalb Jahre unbesetzt. Intern wurde Türk immer wieder vorgeworfen, im Landesverband zu wenig präsent zu sein. Ob es am 5. April einen Gegenkandidaten für den Parteivorsitz gibt, bleibe abzuwarten. (dpa/ta)