“Ich musste feststellen, dass ich das erforderliche Vertrauen der Fraktion nicht mehr habe„, sagte Goetz. Er sei menschlich enttäuscht, dass er erst aus den Medien von Kritik an seiner Person erfahren habe. Er werde auch seine Mitarbeit in der Enquetekommission zur Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit im Brandenburger Landtag niederlegen und nur noch Landtagsabgeordneter sein. “Ich werde keinen Vorschlag für meinen Nachfolger im Amt machen.„

Auf dem jüngsten Landesparteitag der FDP waren Goetz' Führungsstil und sein Handeln ohne Absprache mit den Fraktionsmitgliedern kritisiert worden. Ursprünglich wollte die Fraktion am heutigen Samstag auf einer Pressekonferenz in Potsdam über den Verlauf ihrer Sommertour informieren. Der Termin wurde abgesagt.

Eine Art Krisentreffen am Donnerstagabend in Jüterbog (Teltow-Fläming) hatte Goetz zunächst nicht zu der Gewissheit verholfen, weiterhin über hinreichende Unterstützung zu verfügen. Von den vier weiteren anwesenden Abgeordneten der siebenköpfigen Fraktion erhielt er nicht die eingeforderte Loyalitätserklärung. Würde Goetz nicht von sich aus zurücktreten, wäre ein Abwahlantrag notwendig geworden. Goetz soll vom Generalsekretär der Partei, dem Uckermärker Abgeordneten Andreas Büttner, abgelöst werden. Das jüngste Mitglied der Fraktion, die Potsdamerin Linda Teuteberg, hat am Freitag Spekulationen zurückgewiesen, auch sie strebe eventuell den Fraktionsvorsitz an.

Der Landesvorsitzende der FDP, der Bundestagsabgeordnete Heinz Lanfermann, ist in Frankreich im Urlaub und war gestern nicht erreichbar.