"Ich habe da auch nichts in irgendeiner Weise zurückzunehmen", fügte er hinzu. Die Kritik, die er auf sich gezogen habe, irritiere ihn nicht. Sein Verhältnis zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei "absolut ungetrübt". Er arbeite mit der Kanzlerin "sehr gut, sehr konstruktiv" zusammen. Natürlich gebe es auch Meinungsunterschiede in der schwarz-gelben Koalition, das sei "ganz normal" bei drei Parteien. Er glaube aber, "dass der Zustand der Koalition sehr gut ist"."Die Mehrheit gibt mir recht", sagte Westerwelle mit Blick auf das aktuelle ZDF-Politbarometer. Auf die Frage, ob er Merkels Kritik an seinem Vorgehen akzeptiere, sagte Westerwelle: "Ich akzeptiere die Kritik von jedermann, aber ich muss sie mir ja nicht zu eigen machen." Merkel hatte Westerwelle vorgeworfen, mit seinen Äußerungen zu Hartz IV mögliche Änderungen an Sozialleistungen zu erschweren. Die von ihm angestoßene Diskussion "war sachdienlich, sie hat die Dinge vorangebracht". Im Mittelpunkt stehe "endlich wieder die Mitte, die Mittelschicht, die alles erarbeitet hat, was verteilt werden soll". 252 000 Euro HinzuverdienstGegen Kritik an seinen Rede-Honoraren verteidigte sich Westerwelle. "Ich habe mich in vollem Umfang an Recht und Gesetz gehalten", sagte der FDP-Vorsitzende. Die Regeln des Bundestages seien "hundertprozentig korrekt" eingehalten worden. Vor seinem Wechsel in die Bundesregierung seien alle freiberuflichen Tätigkeiten dem Bundestagspräsidenten gemeldet und dann auch "zeitnah" veröffentlicht worden.Für die Wahlperiode 2005 bis 2009 hatte Westerwelle insgesamt 36 bezahlte Vorträge angezeigt. Aus den Angaben ergeben sich Mindest-Einnahmen von 252 000 Euro. Westerwelle wollte sich nicht zur Gesamtsumme äußern. Auch zur Verwendung des Geldes machte er keine Angaben. "Darüber hinaus sehe ich keinen weiteren Erklärungsbedarf", versuchte der Vizekanzler, einen Schlusspunkt unter die Debatte zu setzen. AFP/dpa/eb