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| 02:34 Uhr

FCE setzt Zeichen gegen Gewalt

Cottbus. Fußball-Regionalligist FC Energie Cottbus geht den eingeschlagenen Weg im Kampf gegen Diskriminierung, Rassismus und Gewalt noch konsequenter, als man das erwarten konnte. Der Verein will spätestens 2018 eine Stelle für Vielfalt und Toleranz ausschreiben. Jan Lehmann

Der Verwaltungsratsvorsitzende Matthias Auth erklärte am Freitagabend bei der Mitgliederversammlung des Vereins, dass der Club trotz aller notwendigen Sparbemühungen diesen Schritt gehen wolle. Auth betonte: "Wir möchten unsere Vereinsprinzipien fortan noch deutlicher kommunizieren."

Der Verein hat seit Jahren Probleme mit Gruppierungen aus dem rechten Milieu, die den Fußball als Bühne für Ausschreitungen missbrauchen - wie zuletzt bei den eklatanten Randalen beim FCE-Spiel in Babelsberg. Dort stürmten schwarz gekleidete, vermummte Personen das Spielfeld, der Hitlergruß wurde gezeigt, Pyrotechnik gezündet - die Partie stand kurz vorm Abbruch.

Beim FCE will man nicht mehr länger die Verantwortung für die Ausfälle aus der rechten Szene übernehmen. Die neue Stelle ist nun zudem ein klares Zeichen, dass der Verein im Kampf gegen Gewalt und Rassismus aktiver agieren will.

Derartige Positionen sind selbst bei finanziell viel besser ausgestatteten Erstliga-Clubs nicht üblich - für einen Viertligisten wie den FC Energie ist sie deutschlandweit wohl einzigartig.

Am Freitagabend wurde zudem die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge beschlossen. Trotz der weiter bestehenden finanziellen Sorgen zog Präsident Michael Wahlich ein positives Fazit: "Wir haben uns im vergangenen Jahr vielen Prüfungen gestellt. Die meisten haben wir bestanden." Sport Seite 26