Der FC Energie Cottbus hat Berichte dementiert, nach denen Fans des Dritt ligisten am vergangenen Samstag in Bremen einen Koran-Informationsstand attackiert haben sollen. Das sei das Ergebnis einer Aufarbeitung der Vorfälle durch den Verein. Der Polizeibericht aus Bremen sei "somit in wesentlichen Punkten nicht korrekt und schadet dem Ansehen des FC Energie Cottbus erheblich", teilte der Club am Freitag auf seiner Internetseite mit. Die Annahme stützt sich auf Tatsachenberichte einer beteiligten Fan gruppierung sowie anderer Augenzeugen.

Laut Polizei hatte eine etwa fünfzigköpfige Gruppe von Energie-Anhängern auf dem Weg vom Bahnhof zum Spiel der 3. Fußball-Liga gegen Werder Bremen II einen Informationsstand von Koran-Anhängern attackiert. Die Beamten nahmen 43 Cottbus-Anhänger vorläufig fest. Ein Bremer Polizeisprecher erklärte am Freitag, die Polizei werde die Behauptungen der Cottbuser nun prüfen.

In dem Bericht auf der Internetseite des FC Energie ist indes die Rede davon, dass die Randale von vier Personen ausging, die vor dem Koran-Stand aus einem Fahrzeug mit Bremer Kenn zeichen gesprungen seien und die Cottbuser Anhänger angegriffen hätten. Ein Aufsteller des Koran-Standes soll dabei als "Waffe" gegen die Energie-Fans benutzt worden sein.

Unmittelbar nach dem Vorfall hatte die Bremer Polizei auf Nachfrage der RUNDSCHAU erklärt, der Angriff auf den genehmigten Infostand von Muslimen habe sich etwa 200 Meter vom Bahnhof entfernt ereignet. Dabei seien ausländerfeindliche und rechtsgerichtete Beschimpfungen wie "Scheißasylanten" und "wir wollen keine Ausländer" gefallen. Die Bremer Polizei hatte daraufhin diverse Ermittlungsverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Volksverhetzung und schwerem Landfriedensbruch.