Die einzige Frau unter den 15 im Iran festgehaltenen britischen Marinesoldaten steht im Vordergrund der Bilder, die am Mittwoch im arabisch-sprachigen Sender Al-Alam, einer Tochtergesellschaft des staatlichen iranischen Senders IRIB, gezeigt wurden. Mit nervöser Stimme macht die Oberstabsgefreite und Mutter einer dreijährigen Tochter ihr Geständnis.
Sie und ihre Kameraden seien "offensichtlich" in iranische Hoheitsgewässer vorgedrungen, und sie habe sich schriftlich bei dem iranischen Volk entschuldigt. Die junge Frau hatte fest damit gerechnet, von ihrem Einsatz im Irak bereits wieder zurück bei ihrer Familie in Plymouth an der südenglischen Küste zu sein. Sie hoffe, dass sie zum Geburtstag ihrer Tochter wieder daheim sei. Ihr Mann, ebenfalls Marinesoldat, hat Sonderurlaub erhalten, damit er sich um die Kleine kümmern kann. "Faye sieht auf den Bildern nicht gut aus, irgendetwas stimmt mit ihr nicht", sagte ihre Freundin Kim Slater.
Kurz vor ihrem Einsatz auf dem Marineschiff "HMS Cornwall" hatte Faye Turney in einem Interview voller Stolz über ihren Beruf berichtet. "Ich mache meinen Job so gut wie jeder Mann", sagte Turney, die seit neun Jahren bei der Marine dient. Sie sei sich über die Risiken voll im Klaren, habe sich aber ganz bewusst für eine Karriere bei der Marine entschieden. "Macht Euch keine Sorgen um mich, ich bleibe stark", versicherte Turney im iranischen Fernsehen. Die Bilder zeigen jedoch keine starke Frau, sondern eine "verängstigte Geisel", kommentierten britische Medien gestern.