Für insgesamt acht Jahre und neun Monate muss ein 34-jähriger Berliner in Haft, nachdem er im Oktober 2012 eine Prostituierte auf der Berliner Kurfürstenstraße aufgegriffen und später im Schönefelder Ortsteil Kleinziethen brutal vergewaltigt hat. Keine Zweifel gebe es an den Aussagen des 22-jährigen Opfers aus Ungarn, so der Vorsitzende Richter am Landgericht Cottbus. Der mehrfach wegen Diebstahls und Körperverletzung vorbestrafte Angeklagte hatte vor Gericht wiederholt angegeben, sich an die Tatnacht nicht erinnern zu können. Das Gericht glaubte ihm nicht.

Das Opfer Barbara S. hatte nach der Tat bei der Vernehmung im Polizeirevier sowohl die Brille des Angeklagten als auch seine Tätowierung aufgezeichnet. Auch an das Kennzeichen des Wagens konnte sie sich erinnern. Als die Ermittler ihr ein Foto des Angeklagten zeigten, sei die zierliche junge Frau in Tränen ausgebrochen, hatte der Ermittlungsleiter vor Gericht berichtet.

Barbara S. ist nach ihrer Aussage vor zwei Wochen zusammengebrochen und braucht psychologische Hilfe, berichtete ihre Anwältin. Die Tat habe sie immer noch nicht überwunden. Der Täter hatte ihr immer wieder versichert, sie brauche keine Angst zu haben. Er sei Polizist und ein ganz normaler Mensch. Als Beweis zeigte der 34-Jährige ihr Fotos seiner Kinder auf seinem Telefon, bedrohte sie aber gleichzeitig immer wieder mit einer Waffe, die er in der Türverkleidung deponiert hatte. Die Anwältin der 22-jährigen Ungarin hatte ein Schmerzensgeld von 20 000 Euro gefordert. Schmerzensgeld ja, die Höhe aber sei Gegenstand eines zivilrechtlichen Verfahrens, so der Vorsitzende Richter.

Die knapp neun Jahre Haft sind eine Gesamtstrafe für drei Verurteilungen, die Benjamin H. noch nicht vollständig abgesessen hat.

Panorama Seite 24