Brandenburgs Polizei wird in den kommenden Jahren deutlich Personal verlieren, weil Beamte in den Ruhestand gehen. Insgesamt 692 Polizeivollzugsbeamte würden bis November 2017 pensioniert, teilte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage der CDU-Fraktion im Potsdamer Landtag mit.

Die meisten Mitarbeiter verliert danach die Polizeidirektion West, wo 167 Beamte den Dienst quittieren. Bei der Polizeidirektion Süd werden 158 Polizisten pensioniert. Insbesondere die Kriminalpolizei sowie der Wach- und Wechseldienst in den Polizeiinspektionen sind betroffen.

Mit den vielen Altersabgängen lasse sich die in der Polizei-Strukturreform anvisierte Personalstärke von mindestens 7800 Stellen nicht halten, warnte die oppositionelle CDU. Ursprünglich wollte Rot-Rot die Zahl der Polizisten im Land sogar auf 7000 Stellen reduzieren. Nach dem neuen Koalitionsvertrag soll sie nicht unter 7800 sinken. SPD und Linke wollen so Ängsten in der Bevölkerung vor wachsender Kriminalität - insbesondere Diebstahlsdelikten - begegnen.

Aus Sicht des Innenministeriums besteht kein Grund zur Sorge, dass die Zahl der Polizisten unter die jetzt geltende Mindestzahl sinken könnte. 7800 sei „nicht in Granit gemeißelt“, sagte Schröter der „Märkischen Oderzeitung“ (Samstag). Außerdem sei die Personalplanung der Polizei stets darauf ausgerichtet, „genügend Personal im Rahmen der vorgesehenen Stellenausstattung zur Verfügung zu haben“, erklärte Minister Schröter weiter.

Die Einstellung von Polizeianwärtern und weiterem Personal werde so bemessen, dass die durch Altersabgänge und sonstige Fluktuation freiwerdenden Stellen nachbesetzt werden könnten. Schröter verwies zudem auf den Koalitionsvertrag der rot-roten Regierungsfraktionen. Darin wurde festgehalten, dass Polizeivollzugsbeamte künftig über die Pensionsgrenze hinaus arbeiten könnten, wenn es ihre Gesundheit erlaube und es entsprechenden dienstlichen Bedarf gebe. Damit stünden weitere „personelle Kapazitäten“ zur Verfügung.

Zudem plant der 60-Jährige mit einer zusätzlichen Krankheitsreserve, schreibt die „Märkischen Oderzeitung“. Seit 2010 seien täglich etwa 800 Polizisten wegen Krankheit nicht einsatzfähig. Die Hälfte davon sei langzeiterkrankt. Also müsse etwas oben draufgeben, um den Langzeitkrankenstand zu kompensieren. Er werde für den im Entwurf vorliegenden Haushalt 2015/16 zusätzliche Stellen anmelden und sie genau begründen, hieß es.